O schöne Welt
Irmlinde Meyer, Duppach
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Die Tage werden länger schon |
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die Sonne wärmt uns wieder, |
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viel heller klingt der Glockenton, |
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froh singen Vöglein ihre Lieder.
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Zu neuem Leben du erwachst, |
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geliebte Mutter Erde, |
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es treiben Samen, Saft und Kraft |
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daß alles wieder werde.
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Nichts kann sie halten, die Natur |
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wird immer neu beginnen, |
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und ihre Schönheit neu entfalten |
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nach ruhigem Besinnen.
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Ein jeder Zweig, auch noch so kahl, |
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fängt wieder an zu treiben, |
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und Blatt um Blatt sich neu entrollt, |
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will nicht mehr drinnen bleiben.
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Die kleinen Knospen, klebrig zart |
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bilden bald schon Blüten, |
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von grünen Blättern ganz umstellt, |
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als wollt man sie behüten.
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Und auf dem Acker geht der Pflug, |
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die Scholle duftet frisch, |
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beschwingt von all dem neuen Leben |
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bin ganz gewiß auch ich.
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Es ist, als sei ich neu geboren |
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nach langer Winternacht - |
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die Schwermut hat sich ganz verloren, |
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hat neuer Freude Platz gemacht.
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In jedem Frühling geht es mir |
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wie Pflanzen, Gras und Bäumen |
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ich schau durch eine offne Tür |
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und höre auf zu träumen. |