Vögel in meinem Garten

Maria Krämer, Oberbettingen

 

Es wird, und das ist sicherlich nicht übertrieben, vom Aussterben vieler Vogelarten berichtet. In den letzten zwei Jahren habe ich mir die Zeit genommen, in meinem ruhigen Garten die Vögel zu beobachten.

In den beiden vergangenen Wintern, die keine harten Eifelwinter waren, habe ich die Vögel nicht gefüttert. So war es etwas schwierig die Tiere, die meist im Gegenlicht sitzen, zu bestimmen. Zahlenmäßig dürfte die Meisenfamilie am stärksten vertreten gewesen sein. Vor allem die gar nicht so scheuen Kohlmeisen, in deren Gesellschaft sich während des Winters ein Buntspecht befand. Blaumeisen, und die weniger bunten Tannenmeisen waren noch sehr häufig. Einmal sah ich eine Haubenmeise. Kernbeißer mit ihren starken Schnäbeln sind Dauergäste. Bunte Stieglitze sitzen auf der Eibe vor dem Fenster. Einigemal sah ich in der Spitze einer hohen Fichte ein Paar Fichtenkreuzschnäbel, das Männchen auffallend rot, das Weibchen gelbgrün. Sie turnten wie Papageien in den Asten. Grünlinge und Dompfaffen saßen in den Schlehdornhecken am Gartenrand. Orangerot leuchteten die Brüste der Dompfaffen, die Farben der Weibchen sind blasser. Im letzten Sommer brütete in der Sauerdornhecke des Nachbarn ein Hänflingspaar. Spatzen gibt's längst nicht mehr so viele wie früher, dafür ist der Eichelhäher näher an die Dörfer herangekommen. Zahlreiche Elstern und Krähen sitzen auf den hohen Bäumen. Rotkehlchen und Rotschwänzchen sind häufig - aber leider oft Opfer der Katze, die nicht einsehen will, daß sie keine Vögel fangen darf. Ein Glöckchen an dünnem Gummiband um den Hals des Tieres warnt nun die leichtsinnig auf dem Boden hüpfenden Rotkehlchen. Bunte Buchfinken gibt es auch noch neben Grasmücke, Zaunkönig und Zilpzalp. Bachstelzen hüpfen über den Rasen, auf dem die Amseln Würmer aus dem Boden ziehen. Im Sommer stehlen die Stare meine Johannisbeeren von den Sträuchern. Sie erscheinen nur zur Ernte, sonst sieht man sie kaum. Aber auch die Drosseln beteiligen sich am Schmaus. In den letzten Jahren sind die Tauben stärker vertreten, ihr Gurren ist nicht zu überhören. Auf der Birke singen die Amseln und in der Dämmerung warmer Abende schwirrt die erdfarbene Nachtschwalbe über meinen Kopf. Nachts rufen die Käuze und am Tag kann man den schönen Segelflug des Milan bewundern. Im nahen Wald horstet der Habicht und der Kuckuck läßt seinen Ruf hören. An der Kyll sind wieder Fischreiher zuhause und Spaziergänger wollen auch den schillernden Eisvogel gesehen haben. Meine Beobachtungen beschränken sich nur auf die Vögel im Garten und am dichten Gehölzrand in der Nähe.

Daß der »stumme Frühling« nie Wirklichkeit wird, hoffe ich mit vielen Vogelfreunden. Zum Schutz der Umwelt kann mit gutem Willen jeder beitragen und wenn wir den Lebensraum der Vögel erhalten, werden sie unsere Gäste bleiben; in aller Vielfalt, zu unsrer Freude.