In alten Büchern geblättert

Schulgeschichte Anno 1949 Jünkerath und Glaadt

Hubert Ritzen, Stadtkyll

Schulchroniken sind für den Heimatforscher bedeutende und aufschlussreiche Quellenmaterialien. Die für den Schulmeister zur Pflicht gemachte Erfassung von schulischen, orts- und kreisrelevanten Ereignissen sind heute - zu mal sie 50 Jahre zurückliegen - von bleibendem Wert. Leider sind viele Schulchroniken nicht mehr existent. Kriegsereignisse führten oftmals zu nicht wiederbringenden Verlusten. Im Jahre 1949 schlägt die Geburtsstunde für die Bundesrepublik Deutschland. Noch immer sind die Folgen des 2. Weltkrieges spürbar. Nahrungsmittelknappheit führt in den Schulen zu Speisung der Kinder durch die sogenannten Hoover-Spenden. Aufbauarbeit, insbesondere die Wiederherrichtung von Wohnraum, Straßen und Brücken sind überall festzustellen. Gerade für den Industrie- und Eisenbahn ort Jünkerath bedeutet der Wiederaufbau den Erhalt beziehungsweise die Schaffung von Hunderten von Arbeitsplätzen. So nimmt in der Schulchronik gerade dieser Sachverhalt einen größeren Raum ein. Aber auch sportliche Ereignisse, Wetterlagen und ihre Auswirkungen finden Eingang in der Schulchronik. Eine interessante Statistik über den Kreis Daun ist ebenso zu finden. Vor 50 Jahren existierten in Jünkerath zwei Volksschulen. Die Jünkerather Schule befand sich in der Kölner Straße. Lehrer Etringer, der die nachfolgend zitierten Schulchronikauszüge schrieb, kam am 1. Mai 1949 an diese Schule. Die zweite Schule stand in der Glaadter Burgstraße. Lehrer Frenck ist es zu verdanken, dass die folgenden Auszüge noch großen Aussagewert besitzen. Bemerkt werden muss noch, dass die schulspezifischen Aufzeichnungen weggelassen wurden.

Schule Jünkerath

Über die Aufbauarbeit in Jünkerath berichtet zunächst die Glaadter Chronik an verschiedenen Stellen:

»Jünkerath ist das Industriezentrum des Kreises Daun. Darum ist es erforderlich, dass gerade die Transportverhältnisse in bester Ordnung sind. Das Schwergewicht im Wiederaufbau muss daher zunächst auf Eisenbahn und Straßen gelegt werden. Besonders das Straßennetz ist durch Kriegsschäden hart mitgenommen worden. Im Rechnungsjahr 1949 sind erhebliche Mittel zur Beseitigung größerer Schäden bereitgestellt. Der Wohnungsbau und die Instandsetzung vieler Wohngebäude liegt noch im argen. So ist die Errichtung von Wohnungen in Form von Siedlungsbauten in Erwägung gezogen. Zur Förderung der wirtschaftlichen Bestrebungen Jünkeraths ist ein vorbereitender Ausschuss gebildet worden, der die Neugründung des Verkehrsvereins vornehmen soll. Trotz aller Aufbaunöte steht Jünkerath am Beginn einer günstigen Entwicklung. Auch die Gewerkschaft ist weiterhin im Entwicklungsstadium. Zur Zeit sind dort 300 Arbeiter beschäftigt. Auch die anlaufenden Industriezweige an Ton- und Baustoffverwertung nehmen an Entwicklung zu. Da der Fremdenverkehr im Wirtschaftsleben eine hervorragende Rolle spielt, soll in Kürze der Eifelverein neu gegründet werden... Das Jahr 1949 stand in unserer Gemeinde ganz im Zeichen der Wiederaufbauarbeit. Trotz der durch die Währungsreform bedingten Geldknappheit in der Gemeindekasse wurden eine ganze Reihe neuer Arbeiten in Angriff genommen, um die durch den Krieg entstandenen Schäden und Mängel zu beheben. Mit einem Kostenaufwand von 19 500 DM wurde die Bahnhofsstraße instand gesetzt. An vielen Gebäuden wurden die erforderlichen Ausbesserungs- und Verschönerungsarbeiten vorgenommen. Eine ganze Reihe von Umbauten und Neubauten konnten durchgeführt werden. Um die Bautätigkeit noch weiter zu beleben, ist es Aufgabe der Gemeinde, den Bauinteressierten durch Vermittlung mit den Grundstückseigentümern geeignetes Baugelände zu erschließen. Im Distrikt Prangert in der Nähe der Krim will die Jünkerather Gewerkschaft ihren Arbeitern Bauland zur Verfügung stellen. Da ein Teil des Geländes auf Bann Schüller liegt, hielt die Regierung mit Vertretern der Kreise Daun und Prüm {Schüller gehörte damals zum Krs. Prüm, d. Verf.) einen Ortstermin wegen einer Grenzregulierung zwischen den Orten Jünkerath und Schüller ab. In der Gemeinde wurden im verflossenen Jahr allein vier neue Brücken fertiggestellt; davon im Ortsteil Glaadt zwei kleinere und eine größere. Die letztere Brücke wurde am 15. Dezember feierlich eingeweiht. Der Herr Bürgermeister eröffnete die Feier und dankte allen Stellen, die zum Gelingen des Bauwerkes beigetragen hatten. Ein Vertreter der Regierung durchschnitt das weiße Band und übergab damit die Brücke dem Verkehr. Pfarrer Helmert nahm die Einsegnung vor. Von besonderem Wert waren die Arbeiten an dem Bahneinschnitt an der Fuchskaul. Mit der Verwirklichung der Zuschüttungsarbeiten ist besonders den Landwirten im Ortsteil Glaadt ein großer Dienst erwiesen worden, die dadurch bessere Wegeverhältnisse zu ihren Grundstücken erhielten. Auch für die Beseitigung größerer Kriegsschäden an den Schulen wurden größere Summen verausgabt. Die Kosten für Schule I (Jünkerath) beliefen sich auf mehr als 11 000 DM. Für Schule II (Glaadt) wurden annähernd 3 000 DM verwandt. Viel wurde geleistet, aber trotzdem sind die noch zu bewältigenden Arbeiten enorm. Dringend notwendig ist die Eisenbahnbrücke, die eine bessere Verbindung der »Neuen Kolonie« mit Jünkerath schaffen muss. Von der ganzen Gemeinde wurde besonders begrüßt, dass im kommenden Jahr die Apotheke von Stadtkyll in Jünkerath eine Filiale errichtet. Auch in der Jünkerather Schulchronik finden sich zu diesem Thema folgende Notizen: »Die Kreisstraßenverwaltung ist mit der Durchführung der Reparaturarbeiten an der kreiseigenen Gewerkschaftsstraße beschäftigt. Die Vorarbeiten zum Neuaufbau der Bahnhofsstraße zwischen Bahnhof und Römerwall sind im Gange. Die Provinzialstraße befindet sich noch in einer schlechten Beschaffenheit. Gut wäre eine vollständige Neueindeckung noch vor Eintritt des Winters. - Der Krieg hat in Jünkerath 12 Wohnhäuser zerstört, 25 schwer, 178 mittel oder leicht beschädigt. Während die katholische Kirche schwere Beschädigungen erlitt, blieben von der evangelischen Kirche nur einzelne Grundmauerreste erhalten. Im Ortsteil Glaadt wurde das Schulgebäude leicht und die Schule in Jünkerath schwer zerstört. An Wasserleitungen mussten rund 600 m neu verlegt werden. Alle vier Kyllbrücken im Ortsteil bestanden nicht mehr. Das Postamt erlitt schwere Schäden, ist aber in der Zwischenzeit wieder hergestellt worden. Die Eisenbahn erlitt schwere Schäden. Besonders groß waren die Verluste der Gewerkschaft. Heute zeugt eine große Glashalle, in der die Gießerei untergebracht ist, vom Arbeits- und Aufbauwillen des Betriebes. Mit Stolz kann Jünkerath die Zahlen nennen, die den Aufbau im Wohnungssektor nachweisen. Vier Wohnhäuser wurden neu gebaut und 161 Häuser ausgebessert. Es ist eine stolze Bilanz für einen Ort, wenn er sagen kann, dass 55 Wohnungen instand gesetzt wurden. Weiterhin ist eine Kyllbrücke massiv aufgebaut worden. An zwei weiteren sind die Wiederherstellungsarbeiten im Gange und das Sorgenkind, die vierte Brücke, soll baldmöglichst in Angriff genommen werden. Die Eisenbahn läuft wieder und auch die Post arbeitet reibungslos.« Weiter berichtet die Glaadter Chronik über die Ausgliederungswünsche einiger Glaadter Bürger. Hierzu muss man wissen, dass die Gemeinde Glaadt 1930 ihre Selbständigkeit zugunsten der neuen Ortsgemeinde Jünkerath aufgeben mußte. Vor 1930 gehörte das heutige Gemeindegebiet Jünkeraths zu den Orten Glaadt, Schüller, Feusdorf und Gönnersdorf. »Von einigen Bewohnern des hiesigen Ortsteils waren an den Herrn Minister von Rheinland/ Pfalz Eingaben gemacht worden, die den Wunsch nach Ausgliederung des Ortsteiles Glaadt aus der Gemeinde Jünkerath äußerten. Diese gab der Aufsichtsbehörde die Veranlassung, mit den Bewohnern von Glaadt Rücksprache zu nehmen. Die Versammlung wurde vom Herrn Landrat geleitet. Es ergab sich, dass die landwirtschaftlich orientierten Kreise für die Ausgliederung sprachen, während die Gewerbetreibenden, Arbeiter und Beamten für die Beibehaltung des Zusammenschlusses mit Jünkerath eintraten. Man einigte sich schließlich darüber, diese Frage im Gemeinderat näher zu erörtern. Am Donnerstag, den 11. 3. 1949 fand in dem Saale Manstein eine wichtige Gemeinderatssitzung statt, zu der auch die Einwohner eingeladen waren. Der Saal war stark besetzt. Auf der Tagesordnung standen, die Ausgemeindungswünsche von Glaadt. Diese Sitzung war auf Veranlassung des Landrats Feld-ges einberufen worden. Es stand der Antrag von nahezu 100 Bewohnern des Ortsteils Glaadt an den Innenminister zur Erörterung, wonach die Abtrennung von der Gemeinde Jünkerath und die Bildung einer selbständigen Gemeinde Glaadt, wie sie vor 1929 bestand, gefordert wurde. Um die Meinung der Bevölkerung anzuhören, wurde die Sitzung für eine halbe Stunde unterbrochen und eine öffentliche Aussprache angeregt. Nach mehr als zwei Stunden endete die Aussprache über die Ausgemeindung ohne Erfolg. Als dann im Gemeinderat darüber zur Abstimmung geschritten wurde, ob der Antrag der Glaadter bei der Aufsichtsbehörde befürwortet werden sollte, waren 10 Stimmen dagegen und drei Stimmen dafür. Späterhin lehnte auch der Herr Minister den Antrag der landwirtschaftlich orientierten Bewohner von Glaadt ab.«

Die noch herrschende Nahrungsmittelknappheit und die hieraus resultierende Schulspeisung wird wie folgt erwähnt: »Aus Mitteln der Hoover-Spende wird ab 9. Mai die Schulspeisung auch in Jünkerath durchgeführt. An der hiesigen Schule nehmen täglich 80 Kinder an der Speisung teil. In Form eines Frühstücks werden an fünf Tagen der Woche jeweils 360-380 Kalorien ausgegeben. Der Speiseplan ist sehr reichhaltig...« Eintragungen zum Wettergeschehen gehörten zur Selbstverständlichkeit. Beide Chroniken nehmen sich dieses auch heute noch beliebten Gesprächsstoffes an. Die Glaadter Chronik berichtet: »Kalte Tage im Juni: zu Anfang des Monats wurde unsere Heimat von schweren Gewittern heimgesucht, die von wolken-bruchartigen Regenfällen begleitet waren. In vielen Dörfern der Umgebung richtete das Unwetter erheblichen Schaden durch Überschwemmungen an. An den folgenden Tagen blieb das Wetter feucht und kalt. In der Nacht vom 16. 6. bis 17. 6. war ein starker Frost, der in manchen Gärten großen Schaden verursachte. Auch verschiedene Kartoffelfelder wurden vom Frost angegriffen...

Schule Glaadt

 

...Zu Anfang des Jahres stand die Ernte sehr gut. Starke Nachtfröste gegen Ende des Monats Juni und der darauf folgenden Trockenheit haben in der Landwirtschaft erhebliche Schäden verursacht. Der erste Schnitt der Heuernte war besser als im Vorjahre. Die Hälfte des Ernteertrages an Frühkartoffeln war erfroren. Auch das Steinobst hatte unter Frostschäden gelitten. Die Spätkartoffeln hatten sich jedoch wieder erholt. Viele Kartoffelfelder waren aber von Wildschweinen stark verwüstet.«

Auch die Jünkerather Chronik berichtet über das Wettergeschehen und seine Folgen: »Die Hundstage haben das Land ausgedörrt. Die Trockenheit beginnt katastrophale Ausmaße anzunehmen. Obschon das Brotgetreide weniger unter der Trockenheit gelitten hat, sind die Haferkulturen sehr zurückgeblieben. Die Wiesen und Weiden sind rötlich-grau und trocken; weder das Weide- noch das Milchvieh finden weiterhin ihren Unterhalt und schon jetzt muss für die Ernährung des Rindviehes auf die spärlichen Rauhfüttervorräte oder auf Beifütterung von zugekauftem Kraftfutter zurückgegriffen werden. Die Kartoffelaussichten sind mehr als beunruhigend. Sollten in den ersten Tagen Regenfälle eintreten, wäre noch etwas für die Spätsorten zu retten; bleibt jedoch derselbe aus, so wird die Produktion nicht im entferntesten genügen, um den Bedarf zu decken. Dasselbe Verhältnis trifft zu in betreff der Futterrübenkulturen. - Darüber hinaus nimmt die Mäuseplage täglich in beängstigender Weise zu. Es darf veranschlagt werden, dass 1/3 (an einzelnen Feldern viel mehr) des Brotgetreides von den Nagern gefressen wurde. Wenn das Getreide vom Felde sein wird, dürften die Kartoffel- und Rübenfelder von diesen Schädlingen buchstäblich überfallen werden; ja sie bedrohen sogar die kommende Herbstsaat. Beängstigend ist die Trockenheit. Einige Gewitterschauer verdunsteten oft sogar, ehe sie zu Boden kamen, wie Tropfen auf einem heißen Stein. Kaum 1/20 der normalen Niederschlagsmenge wurde gemessen...) die achtwöchige Trockenheit zeigt schwere Dürreschäden in Feld und Wald und mit dem Trinkwasser muss sparsamstens umgegangen werden. Die Kyll zeigt stellenweise nur noch ganz kleine Tümpel stinkendes Wasser, weil es nicht mehr fließen kann. Schlimm sieht es aus.«

Zu den Wahlen des l. Bundestages am 14. August 1949 liest man folgendes (Glaadter Chronik):

»Die erste Wahlschlacht zum deutschen Bundestag ist geschlagen. Die Wahlbeteiligung des gesamten westdeutschen Volkes betrug fast 80 %. In Jünkerath betrug die Beteiligung 84 %. Der Wahlverlauf in unserer Gemeinde war ruhig. Das Ergebnis lautete: Wahlberechtigt: 970; abgegebene Stimmen: 815, davon entfielen auf: CDU = 582, SPD = 93, FDP = 93, KPD = 10 Stimmen, ungültig = 37 Stimmen«. (Jünkerather Chronik): »Im Amte Lissendorf-Birgel waren wahlberechtigt 3 503, abgegeben wurden 2 894 Stimmen = 80,2 °/o; gültig waren 2 777 Stimmen. Sie verteilten sich wie folgt: CDU: 2225, SPD: 288, FDP: 233, KPD: 31. Im Kreise Daun waren 24007 wahlberechtigt. Von den 19608 abgegebenen Stimmen waren 18 526 gültig. Auf die einzelnen Parteien verteilten sie sich wie folgt: CDU= 14914, SPD = 2099, FDP = l 341, KPD = 172.«

Eine aufschlussreiche Statistik bietet die Jünkerather Chronik über den Kreis Daun: »Bei einem Flächeninhalt von 60988 ha wurde l 816 die Bevölkerungszahl auf 17585 errechnet. Das erste bekannte Zählungsergebnis von 1828 lautete auf 20 210 Einwohner. 1895 zählte der Kreis 28 580 Personen; seit 1890 ist die Bevölkerungszunahme mit 490 weitaus die größte in der Eifel. Heute sind 97 Gemeinden in sechs Amtsbezirken zusammengefasst, und zwar im Amte Daun 9 146 Einwohner, Gerolstein 9 276 Einwohner, Hillesheim 5449, Lissendorf 5321, Gillenfeld 4468 und Niederstadtfeld 3 594 Einwohner. Die Volkszählung im Oktober 1946 ergab 37 254 Einwohner: 16 698 Männer und 20256 Frauen mit insgesamt 8511 Haushaltungen. Bei der im Januar 1946 erfolgten Zählung waren 37 770 katholisch, 357 evangelisch-luth., 421 evangel.-prostestantisch, 4 griechisch-orthodox, 5 Mennoniten, 8 gottgläubig, ein Adventist, 7 sonstigen Glaubens und 4 glaubenslos.

Im Kreise sind 24030 Berufstätige; zum Vergleich in Klammern die Zahlen von 1907 = (30827). Davon sind beschäftigt in der Landwirtschaft: Forst, Fischerei: 13 172 (21 002), Industrie und Baugewerbe: 6603 (6 140), Handel und Verkehr: l 930 (2 306), häusliche Dienste 519 (54), in öffentlichen Diensten l 806 (739). Von den 61 090 ha Gesamtfläche sind heute 93 °/o forst- und landwirtschaftlich genutzt. Nach der letzten Zählung haben von den 4860 landwirtsch. Betrieben 2432 oder 50,04 °/o (1907 = 5409 = 65,76 °/o) eine Größe bis zu 5 ha, 2358 (1806) 5-20 ha oder 48,52 % (33,39 %). Größer als 20 ha sind 70 (46) Betriebe = 1,44 o/o (= 0,85 o/o). Zwei Betriebe haben mehr als 100 ha.« Einen größeren Raum nahm die Berichterstattung über das 40. Jubiläumssportfest des VfL 09 Jünkerath am 5. und 6. Juni ein: »Der Ort stand während der Pfingstfeiertage im Zeichen des Sports. Auf dem neu ausgebauten Sportgelände und dem musterhaften Tennisplatz wickelte sich ein umfangreiches Sportprogramm ab, dem 2000 Zuschauer aus den Kreisen Daun, Prüm und Schleiden beiwohnten. Unter den Ehrengästen aus den Vertretern der Verwaltung, der Wirtschaft und des Sports nahm auch der Kreisdelegierte Francmesnil, Daun, an den Veranstaltungen teil. Im Mittelpunkt des Interesses standen die Fußballkämpfe, da Jünkerath selbst eine ausgezeichnete Fußballmannschaft besitzt. Sportliche Höhepunkte bildeten das Spiel des VfL Jünkerath gegen Trier-Kürenz und der Austrag des Kreispokals. In einem schönen und spannungsreichen Kampf, in dem Jünkerath erneut seine große Spielstärke unter Beweis stellte, unterlag es nur knapp der qualifizierten Trier-Kürenzer Mannschaft mit 2:1 (Halbzeit 0:1). Die Gäste aus Kürenz waren erfreut, einen so hoch kultivierten Fußball im Oberkreis Daun vorzufinden. Der Landrat des Kreises hatte für die beste an den Turnieren teilnehmende Mannschaft (Fußball) einen Silberpokal gestiftet; Landrat Feldges hatte es sich nicht nehmen lassen, bei der Austragung anwesend zu sein. Vor den versammelten Fußballmannschaften sprach er Worte des Ansporns und des Bekenntnisses zum sportlichen fairen Spiel....

Zur großen Überraschung ging die Leudersdorfer Mannschaft trotz starker Konkurrenz aus den Turnierkämpfen siegreich hervor und errang sowohl den Kreispokal als auch die wertvolle Vase des VfL Jünkerath. Das Jubiläumsfest wurde für Jünkerath zu einem großen Erfolg. Die sportbegeisterten Zuschauer waren zufrieden...«

Zum Abschluss sei noch das 50-jährige Stiftungsfest der freiwilligen Feuerwehr erwähnt, das am 28. 8. 1949 gefeiert wurde: »Der Ort Jünkerath feierte das 50jährige Bestehen seiner freiwilligen Feuerwehr. Der Tag war ein Fest der ganzen Gemeinde. Nachdem am Vormittag ein Gottesdienst für die Gefallenen der Wehr stattgefunden hatte, versammelten sich die Teilnehmer und Abordnungen sämtlicher Wehren des Amtsbezirks auf der Wiese vor dem Gerätehaus im Ortsteil Glaadt. Darauf zeigte die Jünkerather Feuerwehr eine sehr gute Schulübung an den Geräten und auch am Steigerturm eine Rettungsübung... Landrat Feldges gab seiner Genugtuung über die gezeigten Leistungen Ausdruck und beglückwünschte die Wehr zu ihrem Erfolg. Er kam auf die Nachwirkungen der Kriegszeit und die Schwierigkeiten im Wiederaufbau der Feuerwehren zu sprechen und betonte, dass darin ein Wandel zu besseren Verhältnissen eingetreten sei. Kreisdelegierter Roussel stellte mit Freude fest, dass auf dem Gebiet des Feuerwehrwesens eine Zusammenarbeit der Westeuropa-Nationen bereits vorhanden sei...«