Basberg im Schutze des Katzenberges

Felicitas Schulz, Hillesheim

Urkundliche Erwähnungen

Basberg liegt im Nordwesten der Vulkaneifel. Mit nahezu 100 Einwohnern ist der Ort einer der kleinsten Orte in der Verbandsgemeinde Hilles-heim. Bis zur Verwaltungsreform 1970 gehörte er zum Amt Lissendorf in Birgel, der heutigen VG Obere Kyll. Die erste Erwähnung einer Ansiedlung ist im Jahre 1262 belegt, wonach ein in gräflichen Diensten stehender Ritter Theoderich von Bansberg am Fuße des Katzenberges mit einem Hofgut belehnt war. Im 15. Jahrhundert bestand die Ansiedlung aus drei Hofgütern. Einer der Höfe gehörte zur Kurtrier und zwei zur Grafschaft Manderscheid - Blankenheim.

Nach Erbstreitigkeiten gelangten die Bewohner zur Herrschaft Gerolstein. Die heute noch vorhandenen Höfe Suns und Rüntzen gab es bereits Mitte des 16. Jahrhunderts und ihre Besitzer sind seit Generationen in Urkunden und Lehnsbriefen aufgeführt. Die Siedlung Barsberg, die 1651 laut Rechnungsbuch 7 Familien zählte, war schon 1591 im Besitz einer Kapelle. Als Filiale gehörte die der Heiligen Magdalena geweihte Kapelle zur Pfarrei Lissendorf, wo auch die Bestattung der Toten bis 1872 stattfand.

Im Jahre 1849 ist im Kapellenbuch der Eintrag eines Neubaues zu finden mit eigenem Gottesacker. Die Kapelle ist nun dem Heiligen Eligius geweiht und lockte als Beschützer der Schmiede früher zum Eligiusfest am 1. Dezember viele Schmiede an, die bei einer feierlichen Messe in der Kapelle sich in die Obhut ihres Heiligen stellten. Wegekreuze in und um Basberg zeugen von der Frömmigkeit der Bewohner. Das älteste Kreuz steht am alten Messepfad von Basberg nach Lissendorf. Kaum sichtbar ist noch die Zahl 1693 am „Aale Krütz“ aus verwittertem Buntsandstein.

Basberg heute

Mit seinem Gemeinschaftssinn erregte das Dorf schon mehrmals Aufmerksamkeit. So konnten viele Projekte verwirklicht werden, die sonst aus Kostengründen nicht in Angriff genommen worden wären. Mit dem Ziel einer positiven Entwicklung der Kulturlandschaft und der Weckung des Interesses der Bevölkerung für den Naturschutz wurden verschiedene Projekte durch die Bevölkerung gemeinsam mit den Fachbehörden geplant und durchgeführt. Der als Naturdenkmal geschützte Katzenberg drohte zu verbuschen und durch größere Freistellungsaktionen konnten bestandgefährdete Biotop-Typen, wie beispielsweise verschiedene einheimische Orchideen-Arten, wieder regeneriert werden.

Ein weiteres Projekt war die Durchforstung des Windschutzstreifens zur Erhaltung der Artenvielfalt und der gewünschten Funktionen. In den Windschutzstreifen wurden anschließend von Großeltern mit ihren Enkelkindern gebaute Nisthöhlen für Meisen aufgehängt. Weiterhin pflanzten im kleinen Gemeindewald die Leute auf zuvor freigestellten Flächen eifelty-pische Baumarten wie Buche, Esche und Bergahorn. Um die Pflänzchen vor Wildverbiss zu schützen, legten die Kinder Spiralbänder um sie.

Zusammen mit der Restauration der Dorfkapelle wurde der Kapellenvorplatz neu gestaltet und die Friedhofseinfriedung erneuert - wieder größtenteils in Eigenleistung. Die neue Friedhofsmauer sollte angepasst an die Umgebung aus dem örtlich vorhandenen Sandstein gebaut werden. Hierzu wurde ein altes baufälliges Sandsteinhaus in Eigenleistung abgerissen. Die so gewonnenen Steine wurden von Hand einzeln behauen und zu einer wunderschönen neuen ortstypischen Sandsteinmauer zusammengefügt.
Solche gemeinsamen Aktionen schweißen unser Dorf zusammen, erzählt Ortsbürgermeisterin Petra Himmels. Sie ist in Basberg geboren, aufgewachsen und auch später ihrem Heimatort treu geblieben.

Vereinsleben und Brauchtum

Basberg gehört mit Mehrfachmitgliedschaften in Vereinen an der Einwohnerzahl gemessen mit zu den aktivsten im Vulkaneifelkreis. Als im Jahre 1966 sportlich Interessierte einen Tisch-Tennis-Verein gründeten, argwöhnte so mancher, gibt es denn dort genügend Mitspieler. Mit anfangs sechzehn Mitgliedern stand den Spielern der Tanzsaal Brang zur Verfügung.

Heute zählt der erfolgreiche Verein über hundert Mitglieder, überwiegend aus den Nachbargemeinden. Mit Ausflugsfahrten sportlicher wie kultureller Art und dörflichen Zusammenkünften wird der Gemeinschaftsgeist und zugleich der Fortbestand der Vereine auch weiterhin gesichert, so wie die 1942 gegründete freiwillige Feuerwehr oder der im Jahre 2001 ins Leben gerufene Karnevalsverein. Neben der Organisation eines Adventsnachmittags und tatkräftiger Mithilfe z.B. beim Gemeindehausumbau betreut der Verein auch die im Jahre 2000 gegründete Kindergruppe „Basberger Halunken“, die als „Halunkengruppe“ in der Hexennacht unterwegs ist, als Sternsinger, Kläpperkinder oder Blumensammler für den Fronleichnamsaltar in Lissendorf.

In den 70er Jahren entwickelte sich das ehemals bäuerlich geprägte Dorf zu einer lebendigen Kleinstgemeinde mit Teamgeist und behielt nach Ausweisung neuer Baugebiete seinen idyllischen Charakter im Schutze des Katzenberges, der seine volkstümliche Bezeichnung von der Form eines Katzenbuckels ableitet. Seit der Errichtung einer Schutzhütte auf dem Katzenberg 1977 findet dort jeweils am ersten Wochenende im Juni das alljährliche Dorf-und Schutzhüttenfest statt, organisiert vom Karnevalsverein „Siesta Bande Bas-berg“.

Geologische Besonderheiten

Inmitten des Oberbettinger Buntsandstein-Grabens fanden Wissenschaftler und Touristen geologische Besonderheiten auf dem Katzenberg. Der Aufschlusspunkt Nr. 10 auf dem GEO-Pfad stellt mit Gesteinen aus zwei erdgeschichtlichen Zeitabschnitten einen interessanten Aspekt dar. Bereits im Jahre 1939 wurde der Gipfel des Berges zum Naturdenkmal erklärt.

Der westliche Teil besteht aus Gesteinsschichten der Buntsandstein-Zeit (250-243 Millionen Jahre), der östliche aus vulkanischen Gesteinen der Quartär-Zeit (1,7 Millionen Jahre). Hierbei handelt es sich vornehmlich um Lapilli- und Aschentuffe. So wie früher sammeln auch heute noch Kinder im Osten des Berges „Katzengold“, ein dunkelbraunes bis schwarzes perlmuttglänzendes „Glimmer-Mineral“. Im Steinbruch sind Sedimentationsstrukturen von dünnplattigen bis dickbankigen Gesteinsbänken einzusehen, was ehemals bei Steinmetzen als Baustoff für Platten, Fußböden, Fassaden und Kreuze Verwendung fand. Als stumme Zeugen auf dem Friedhof noch einige schöne behauene Grabsteine bewundert werden.

Wirtschaftliche Entwicklung

Eine der drei römischen Heerstraßen vom Süden führte von Trier über Oos, Jünkerath nach Köln. Unweit von Basberg "ist ein Feld mit römischen Dachziegeln übersäht", so nachzulesen in einem archäologischen Jahrbuch aus dem Jahre 1878, was auf eine größere Schildung hindeutet. Nach dem Weggang der Römer und der fränkischen Landnahme siedelten sich Ackerer, Handwerker und Köhler in Basberg an, wie der kleine Ort inzwischen nun hieß.

Die Wälder mit ihren Rot- und Hainbuchenbeständen waren eine lohnenswerte Erwerbsquelle und noch heute findet man im Bereich des Bröhls an der Straße nach Auel Meilerstellen. Nach dem Ende der französischen Besatzung wurde auf dem Wiener
Kongress 1814/1815. Die Eifel kam zur preußischen Rheinprovinz. In den folgenden Jahrzehnten litt die Bevölkerung stark unter
Missernten und Hungersnöten. Wie auch in anderen Dörfern gab es in Basberg ebenfalls Auswanderer, die ihr Hab und Gut ver-
äußerten und die Reise ins Ungewisse nach Amerika antraten, um dort bessere Lebensbedigungen zu finden.

Nach zwei verlorenen Weltkriegen und einer schweren, entbehrungsreichen Nachkriegszeit besserten sich allmählich die Ein-
kommensverhältnisse. Jedoch mit dem Niedergang der landwirtschaftlichen Betriebe und Handwerker im Dorf brach wiederum
eine Neuzeit für die Bewohner an, denn nun suchte man sich Arbeit in den industriellen Zentren größerer Orte. Zwei landwirt-
schaftliche Betriebe gibt es heute noch in Basberg. Geblieben sind die dörfliche Gemeinschaft und die in Freud und Leid prakti-
zierte Nachbarschaftshilfe.