Nachhaltigkeit mit-Stoffwindeln

von Jennifer Weidig, Stadtkyll

Im April 2019 ist unsere erste Tochter zur Welt gekommen, und ich als Mama habe mir im Vorhinein einige Gedanken darüber gemacht, wie wir als Familie unseren ökologischen Fußabdruck mit unseren Möglichkeiten soweit es geht verringern können. Wir möchten definitiv nicht auf alle Annehmlichkeiten unserer heutigen Zeit verzichten, aber so manches Althergebrachte empfinden wir mittlerweile sogar als angenehmer. In Bad und Küche haben wir uns von vielen Dingen verabschiedet, die doppelt und dreifach verpackt oder überhaupt verpackt sind.

Im Laufe der Schwangerschaft ist der Gedanke zur Verwendung von StofFwindeln dann immer mehr gereift. Wir haben uns mit den verschiedenen Systemen auseinandergesetzt, die es heute auf dem Markt gibt, denn richtiges Wickeln mit Mull und Wollüberhose kam auch für mich nicht in Frage.

Wir haben uns schlussendlich für ein so genanntes „All-in-drei-System" entschieden. Das bedeutet, dass die Stoffwindeln aus drei Teilen bestehen: aus einer Außenwindel, die mit Druckknöpfen verschlossen wird und in der Größe verstellbar und flexibel ist; aus einer wasserdichten Innenwindel aus Pull, wiederum mit Druckknöpfen eingeknöpft; und aus unterschiedlichen Saugeinlagen, die je nach Bedarf super kombiniert werden können, aber natürlich im Gegensatz zu Außen- und Innenwindeln nach jeder Nutzung gewaschen werden müssen.

In unserem Alltag wickeln wir etwas häufiger als mit Wegwerfwindeln, aber das ist es uns wert. Logischerweise waren auch die Stoffwindeln in der Anschaffung zu Beginn nicht ganz günstig auf einen Schlag, aber das hat man nach zwei Jahren in jedem Fall wieder raus, selbst wenn man es auf markenlose Wegwerfwindeln umrechnet und die Kosten fürs Waschen und Trocknen mit einbezieht. Außerdem gibt es mittlerweile einen richtigen Markt für gebrauchte Stoffwindeln, so dass man diese auch weitergeben kann. Jetzt können wir bald unser zweites Kind im Hause begrüßen und sind nach wie vor absolut überzeugt von den Stoffwindeln. Wir freuen uns darauf, auch unsere zweite Tochter damit zu wickeln. Anfangs wurden wir für diese Entscheidung oft belächelt, aber mittlerweile hat unser Umfeld sich daran gewöhnt.

Für unterwegs und im Urlaub greifen wir auf Wegwerfwindeln zurück. Dennoch halten wir Stoffwindeln für die absolut richtige Entscheidung. Die Systeme sind heute so gut und durchdacht, dass alle jungen Eltern das für sie geeignete finden können. Immerhin benötigt man bei einer Wickelzeit von etwa zweieinhalb Jahren rund 6.000 Windeln für ein Kind.

Stoffwindeln sind für uns definitiv kein Schritt zurück, sondern ein Schritt für unsere Zukunft in eine klimafreundlichere Welt!