Unser tägliches Brot gib uns heute

von Carola Grau, Hillesheim

Am ersten Sonntag im Oktober danken wir Christen mit dem Erntedankfest für die Schöpfung und alle Gaben der Natur. Gemüse, Getreide und verschiedenste Früchte legen wir in Dankbarkeit vor und auf den Altar. Diese Gaben sollen daran erinnern, dass wir in und von der Schöpfung leben.

„Unser tägliches Brot gib uns heute": So beten wir im Vaterunser. Danken wir eigentlich heute überhaupt noch für ein gutes Essen? Für das tägliche Brot? Früher wünschte man sich selbstverständlich, wenn alle am Tisch saßen, eine „gesegnete Mahlzeit" als verkürzte Form des Tischgebetes. Aber häufig wurden längere Gebete vor und manchmal auch nach dem Essen gesprochen oder gar gesungen.

Das Tischgebet ist ein Segen über die Speisen sowie ein Dankgebet zu Gott. So zu lesen im 1. Timotheus 4,4-5: „Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; und es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet."

Leider ist das Tischgebet heutzutage in vielen Familien aus der Mode gekommen. Sein Sinn besteht darin, sich daran zu erinnern, dass es nicht selbstverständlich ist, einen reich gedeckten Tisch zu haben. Offenbar haben die Menschen früher bei ihrem täglichen Ringen mit der kargen Natur häufiger als wir, die dem reichlichen Sortiment des Supermarktes nachgehen können, Dankbarkeit empfunden für die Schöpfung und die Gaben der Natur.