von Roswitha Gräfen-Pfeil, Mosbach
Wissen Sie noch wie es war, als der elektrische Waschvollautomat in die Haushalte einzog? Es gab keinen Großwaschtag mehr, einfach die Maschine füllen und waschen lassen, statt Wasser im Kessel kochen, Wäsche einweichen...
Sie kennen all dies vielleicht noch. Jeder redete von der Zeitersparnis durch die Waschmaschine. Es blieb nur noch, die Wäsche auf die Leine zu hängen und nach dem Trocknen zu versorgen. Zugegeben, bei Regen und im Winter war es schwieriger, manche Frau rannte bei einer Schauer schnell in den Garten, um die fast trockene Wäsche zu retten. Später wurden Wäschetrockner erfunden, nun schien alles perfekt. Schranktrocken kann die Wäsche entnommen werden, viele Teile sind inzwischen bügelfrei oder werden nicht mehr gebügelt. Meine Mutter bügelte noch die Unterwäsche und die Mullwindeln der Enkelkinder, Gardinen und leider manchmal auch Frotteehandtücher. All dies bügele ich nicht mehr. Es wird im Privathaushalt auch kaum noch Sprühstärke verwendet, Servietten sind aus Papier oder pflegeleicht wie die Tischtücher, falls es diese noch gibt. Im Trend sind schöne, einfache Tischsets.
Was geschah mit den vielen Stunden, die früher auf diese Arbeiten verwendet wurden? Als die Computer in die Privathaushalte einzogen, feierten viele diese Geräte als eine Vereinfachung des Lebens. Wir hatten nichts begriffen! Und so geht es weiter. Wir haben neue Geräte, um unseren Alltag zu erleichtern. Dann merken wir beim Nachdenken, wir haben uns nur eine andere Art der Arbeit zugelegt. Die neuen Werkzeuge kosten Geld, das im Zweifel verdient werden muss. Sie kosten Zeit in Pflege und Wartung, und ihre Lebensdauer ist endlich. Außerdem ist ihre Nutzung nicht für jeden so einfach wie uns die Fachleute versichern.
Es scheint wie ein unendlicher Hürdenlauf, die Suche nach Erleichterung führt zu ungeahnten Folgen. Bewegungsmangel wegen der Nutzung der Maschinen führt unter anderem zum Hometrainer oder in die Muckibude. Erst wenn wir begreifen, dass Arbeit zu unserem Leben gehört und wir nur die Art der Tätigkeit wählen können, wenn wir den Nutzen einer Neuerung abwägen können und die Folgen akzeptieren, dann können wir frei entscheiden.
Ein angenehmeres Leben führen die Menschen, die sich Zeit nehmen für sich und andere, ohne die Probleme zu ignorieren, die zu jedem Leben gehören. Sie nehmen das Wissen und die Erfahrungen von gestern mit ins Heute und können den Nachfahren von früher erzählen, bisweilen mit Wehmut über etwas Verlorenes, und manchmal in der Hoffnung, den Samen für eine neue Entwicklung zu legen im jungen Menschen. Somit wird die gewonnene Zeit bestens genutzt, wenn der Strom einmal ausfällt und kein Telefon funktioniert.