Künstlerin Kim Reuter aus Uxheim

von Siegfried Czernohorsky, Daun

Die erste Begegnung mit Kim Reuter im Sommer 2021 bei strahlendem Sonnenschein in ihrem lichtdurchfluteten Atelier am Rande von Leudersdorf — ein Erlebnis! Eine Künstlerin voll innerer Kraft und Energie, die offen und selbstbewusst über ihre Arbeit als Malerin erzählt.

Hier haben sie und ihr Mann Detlef Reuter, der eine Werbeagentur betreibt, vor vielen Jahren ihr kleines Paradies gefunden. Ihre beiden Kinder sind inzwischen erwachsen. Beim Studium der Musikwissenschaften hatte Kim Reuter die Malerei wiederentdeckt und bewarb sich erfolgreich bei der renommierten Kunstakademie Düsseldorf, wo sie als Meisterschülerin von Prof. A. Hüppi ihr Studium abschloss. Eigentlich kommen Kim und Detlef Reuter aus Köln und sind in der Eifel vor Jahren zufällig gestrandet. Aus der geplanten Wochenendunterkunft wurde ein größeres Wohnhaus mit Atelier, das sie gemeinsam mit ihrem Mann entworfen hatte. Das langgezogene und hohe Gebäude ihres Ateliers, von dem eine Seite fast nur aus Fensterflächen besteht, strahlt die Sachlichkeit, Transparenz und Weite aus, die auch ihre Bilder auszeichnen. Von süßlicher Idylle, Nostalgie oder putzigem Biedermeier keine Spur.

Kim Reuter ist gleichzeitig in der Eifel und in der Welt zuhause, bodenständig und zugleich universell. Natürlich gibt es auch andere Regionen, in denen sie sich gern aufhält: am Gardasee, auf Spiekeroog, am Atlantik und auch an der Ahr. In die Schublade „Eifel-Malerin" will sie daher zurecht nicht gesteckt werden, auch wenn sie sicherlich aus der Eifel immer wieder Impulse für ihre Landschaftsmalerei als einem Teil ihres Schaffens bezieht. Obwohl sie gegenständlich malt, liegen ihr naturalistische Abbildungen von Motiven wie Landschaften mit Wiedererkennungswert oder gar genauer geografischer Verortung fern. Ihre Bilder sind eher Seelenlandschaften — bildgewordenes Lebensgefühl. „Ich habe keine Absicht, kein Ziel. Alles entsteht wie selbstverständlich. Ich schaue einfach was passiert." so Kim Reuter.

Beeindruckend ist die Vielfalt der Motive ihrer Malerei, bei der sie dennoch immer sie selbst und auch als Kim Reuter erkennbar bleibt: Menschen, Portraits, Landschaften, Innenräume und Stillleben. Motive aus Fotos, eigenen Skizzen oder aus der Erinnerung an selbst Erlebtes sind die Ausgangspunkte. Auch ihre Familie findet den Weg in ihre Bilder, die dennoch keine Familiengalerie darstellen, sondern zu einer künstlerisch transformierten, universellen Wirklichkeit, die über das Individuum hinausweisen, werden. „Alles ist Liebe für das, was ich tue und das, was ich sehe!" so Kim Reuter.

Maltechnische Fragen spielen für sie keine Rolle. Das Malen in Eitempera auf Leinwand ist ihr Metier, das sie souverän beherrscht, ob im übergroßen oder kleinen Format. Aus einer Mixtur aus Pigment, Ei, Harz und Leinöl stellt sie ihre Farben selbst her, die sich auf wenige Grundfarben beschränken. Anders als Ölfarbe zieht diese in den Malgrund schnell ein, wodurch nachträgliche Korrekturen nur in geringem Umfang möglich sind.

Schnell und gleichzeitig treffsicher und präzise lässt sie so ihre Bilder entstehen: flimmernde Wasserflächen mit ihren vielschichtigen Licht- und Farbschattierungen und Reflexionen, Grüntöne von Waldlandschaften, ausdifferenzierte Details im Vordergrund vor fast abstrakter Unschärfe, Farbtupfer an Farbtupfer. Beeindruckend auch ihre großformatigen Portraits mit großflächigen, identifizierbaren Gesichtern. Häufig tauchen auch überschaubare Menschengruppen auf, meist junge Menschen. Bisweilen sind sie anonymisiert, nur von hinten oder mit vom Betrachter abgewandten Gesichtern in fast abstrakten Landschaften — scheinbar losgelöst von Zeit und Raum — dargestellt. Kim Reuter spielt mit dem Licht: „Licht ist Farbe und Farbe ist Licht!" Die dargestellten Menschen haben eine wunderbare Strahlkraft, sind in weite, flächige, häufig monochrome Himmel und Landschaften gesetzt. Sie strahlen eine Zeitlosigkeit, eine große innere Ruhe und Gelassenheit aus, eine Entdeckung der Langsamkeit in bewegten Zeiten. Das ist einfach große Kunst gegen den Strich und die Schnelllebigkeit der Zeit.


Die Künstlerin Kim Reuter in ihrem Atelier in Uxheim.


Kim Reuter mit ihrem Gemälde „Winterlandschaft".


Mit ihrem Gemälde „Winterlandschaft" hatte Kim Reuter bereits bei der 30. Jahresausstellung des Kulturkreises im April 2019 beeindruckt. Für die 30. Jahresgabe 2021 - die Jubiläumsausgabe — des Kulturkreises hatte Kim Reuter vor dem Besuch der kleinen Delegation des Kulturkreises schon das ein oder andere Bild ausgesucht. Einhellig entschied man sich für ein Bild, das sich in ihrem Besitz befindet, und von dem sie sich nicht trennen will. Es zeigt eine Winterlandschaft und ist ohne Titel.

Das Original in Eitempera auf Leinwand stammt aus dem Jahr 2013 und ist 50x75cm groß. Als hochwertiger Kunstdruck und in auf 80 Exemplare limitierter Auflage ist das Bild als Jahresgabe für Mitglieder des Kulturkreises kostenlos erhältlich. Die Künstlerin, ihr Schaffen und die Jahresgabe wurden in der 31. Jahresausstellung des Kulturkreises vorgestellt. Die Jahresgaben werden einen würdigen Platz in den Wohnungen und Häusern der Kulturkreismitglieder finden und Licht in ihren Alltag bringen.


www.kimreuter.de

www.kulturkreis-daun.de