Der essbare Waldgarten Berenbach

Erfahren, was alles essbar ist

von Rudi Kitzing, Berenbach


Die „Berenbacher Beatles".


Es gibt viele essbare Wildpflanzen, die im Wald und auf der Wiese wachsen. Sie sind sehr widerstandsfähig gegen alle Witterungseinflüsse, sie sind außerdem sehr nahrhaft und stärkend. Leider sind diese Pflanzen kaum noch bekannt, und ihr Nährwert ist noch viel weniger bekannt. Hinzu kommt, dass ihnen ein „Geruch" von Armut anhaftet — wir sind doch nicht so arm, dass wir das essen müssen oder das kann man doch nicht essen, das ist fürs Vieh.

Ein Schlüsselerlebnis für uns war der Besuch einer alten Freundin aus Düsseldorf, die den Giersch in unserem Garten sah und uns erzählte, dass dieses Unkraut für teures Geld auf einem Wochenmarkt in Düsseldorf verkauft wird. Das „Unkraut" wurde dann von ihr geerntet, zubereitet, und es schmeckte gut. Seitdem haben wir viel über Wildkräuter gelernt, vom Sammeln über die Zubereitung bis zum leckeren Verzehr. Viele andere Menschen haben die Wildpflanzen wiederentdeckt, so gibt es viel neue Literatur über das Sammeln und die Zubereitung von Wildpflanzen sowie die „EWILPA" (Essbare Wildpflanzen Parks) in verschiedenen Orten.

Ende 2019 wurde die Idee geboren, einen Essbaren Waldgarten in Berenbach anzulegen, um dieses Wissen hier in der Region wieder bekannt zu machen. Ein entsprechendes Stück Land war vorhanden, und es gab Menschen, die das Projekt mit Rat und Tat unterstützten.

Ein großer Teil des künftigen Waldgartens war von Schlehen bewachsen. Um dieses Land für den Waldgarten zu nutzen, wurden vier Ziegenböcke — Nachwuchs aus den Herden, die das Weinfelder Maar und den Kreuzberg in Schönbach pflegen — erworben. Sie sollen als Landschaftspfleger das Gelände in Berenbach vorbereiten. Und so startete der Essbare Waldgarten als ein Ziegenprojekt. Die vier Böcke bekamen die Namen John, Paul, George und Rngo — die Berenbacher Beatles. Sie pflegen fleißig die Landschaft, und im Herbst 2020 konnten wir auf einem von Schlehen befreiten Stück mit der Bodenaufbereitung beginnen. Auf einem anderen Stück pflanzten wir die im Herbst gespendeten Sträucher und Büsche, die in verschiedenen Gärten nicht mehr benötigt wurden.

Leider konnten wegen der Corona-Lockdowns einige geplante Aktionen, wie zum Beispiel das Pflanzen von Hecken und Büschen mit Schulkindern, nicht durchgeführt werden. Andere Aktivitäten wie etwa eine Wildkräuterwanderung, die Herstellung von Terra Preta als Vortrag mit praktischer Anleitung konnten, stark eingeschränkt durch die Corona-Aufla-gen, doch stattfinden. Aber das wird sich ja in der Zukunft ändern.