Die 14 Nothelfer in der Kirche St. Peter & Paul in Demerath

von Bernd Schlimpen, Schalkenmehren

Die Demerather St. Peter und Paul-Kirche hat etwas Besonderes, das schon der damalige Pastor Gottfried Rohr (†) verehrte und dem er viel Aufmerksamkeit schenkte. Zwei kleine Altäre zeigen die 14 Nothelfer, die man sonst als verehrte Heilige nur in Süddeutschland und Österreich findet. In diesen Gebieten wurden sogar NothelferKirchen erbaut. 1827 wurde das Kirchenschiff erweitert und so entstand, damals noch ungewollt, Platz für die beiden seltenen Heiligenaltäre. Es sind legendäre Heilige für alle Lebenslagen. Gläubige beten und rufen sie an bei Krankheit, Unheil, Todesgefahr oder Todesangst. Zu sehen sind Achatius mit Dornenzweig, angerufen bei Todesangst und Zweifel; Ägidius mit Hirschkuh, angerufen um eine gute Beichte abzulegen; Barbara mit Turm und Kelch, die Patronin der Sterbenden; Blasius mit zwei Kerzen, angerufen bei Halsleiden; Christopherus mit Jesus auf der Schulter, angerufen gegen ein unvorbereiteten Tod; Cyriacus mit Teufel, angerufen gegen Anfechtungen in der Todesstunde; Dionysus, den Kopf in den Händen haltend, angerufen bei Kopfschmerzen; Erasmus im Sturm, angerufen bei Leibschmerzen; Euchachius mit Hirsch, angerufen in schwierigen Lebenslagen; Georg mit Drache, angerufen gegen Seuche bei Haustieren; Katharina mit gebrochenem Rad, angerufen beim Leiden der Zunge und bei schwerer Sprache; Margarete mit Drache, Patronin der Gebärenden; Pantaleon, die Hände am Kopf genagelt, Patron der Ärzte; Vitus (Veit) mit Ölkes-sel, angerufen bei Epilepsie. Alle Nothelfer starben den Märtyrertod auf verschiedene Weise. Warum gibt es gerade 14 Nothelfer? Die „heilige Zahl sieben" wurde verdoppelt, und die Nothelfer haben ihr Patronatsfest am 8.August. Dieser Figurenschmuck ist besonders wertvoll, und es wird in der Kirchengeschichte erwähnt, dass diese Darstellungen bereits 1830 vorhanden waren. „Sie sind spätbarock, stilecht und einmalig schön", erwähnen Kirchenhistoriker. Alle Figuren sind handgeschnitzt. Beide Seitenaltäre mit jeweils sieben Nothelfern, einer Hauptfigur (St. Maternus und Hl. Maria) und zwei Nebenfiguren sind besonders schöne Schmuckstücke des Gotteshauses. Ihretwegen gab es bis Mitte des vorigen Jahrhunderts kleine Wallfahrten der Nachbardörfer, und heute fallen sie jedem Kirchenbesucher als sakrales Kleinod ins Auge. Auch in der Filialkirche Daun-Rengen entdeckt man Hinweise auf die 14 Nothelfer.

Die beiden wertvollen Seitenaltäre mit ihren Figuren in der St. Peter und Paul-Kirche in Demerath.