unser Heimatjahrbuch feiert Jubiläum — 50 Jahre, ein halbes Jahrhundert bereichert es bereits Jahr für Jahr unseren Landkreis mit interessanten und spannenden Geschichten aus unserem und für unseren Landkreis. Bereits fünf Jahrzehnte macht unser Heimatjahrbuch Brauchtum lebendig, ruft längst Vergangenes und Vergessenes wieder in Erinnerung und hält aktuelles Kreisgeschehen für nachfolgende Generationen fest.
Dabei hat sich in den 50 Jahren seit dem ersten Erscheinen sehr viel verändert. 1973 erschien das erste Heimatjahrbuch — ein kurzer Rückblick zeigt: Damals war Willy Brandt Bundeskanzler und Gustav Heinemann Bundespräsident. Ein Liter Benzin kostete 0,77 DM, ein Liter Heizöl 0,23 DM. Das World Trade Center in New York City wird ebenso wie das Van Gogh Museum in Amsterdam eröffnet. Das Musical „The Rocky Horror Show" hat in London Premiere.
Beim Rückblick auf das erste Erscheinungsjahr unseres Heimatjahrbuches erinnert aber auch vieles an das Geschehen im Jahr 2022. In einem Tagesschau-Beitrag des Jahres 1973 heißt es: „Zugedrehter Ölhahn lähmt die Welt. Seit Oktober drosseln die arabischen Länder ihre Erdöllieferungen an den Westen und erhöhen die Preise. In Deutschland werden umfangreiche Maßnahmen zur Verminderung der Energiekrise beschlossen. So gilt, wie in sechs anderen europäischen Ländern, an Sonntagen ein Fahrverbot. Fußgänger und Radfahrer erobern die Asphaltpisten zurück. Doch die Angst vor Rezession und in der Folge steigender Arbeitslosigkeit geht um in Europa." Im Oktober 1973 beschließt die OPEC, den Ölpreis um 70 % anzuheben, es beginnt die erste große Ölkrise.
Neben der Ölkrise prägen die Watergate-Affäre, der Putsch in Chile und der Jom-Kippur-Krieg das weltpolitische Geschehen des Jahres 1973.
PCs, Internet, Social Media, Handys und Co waren noch ferne Zukunftsmusik.
Im damaligen Landkreis Daun erstellte man unter Landrat Urbanus das erste Heimatjahrbuch. Jahr für Jahr reichen seither ehrenamtliche Autoren und Autorinnen ihre Beiträge bei der Kreisverwaltung Vulkaneifel ein. Die Rahmenbedingungen haben sich in den fünf Jahrzehnten dabei immer wieder verändert. Der technologische Fortschritt im Laufe der Zeit hat vieles einfacher gemacht. Die Beiträge aller Heimatjahrbücher sind seit vielen Jahren digital erfasst und können unter www. heimatjahrbuch-vulkaneifel.de nachgelesen und recherchiert werden. Den Machern ist es gelungen, das Buch immer wieder an die Gegebenheiten der jeweiligen Zeit anzupassen und weiterzuentwickeln.
Und 2022 - 50 Jahre nach Erscheinen des ersten Heimatjahrbuches? Seit zweieinhalb Jahren erleben wir eine weltweite Pandemie, die uns alle täglich vor neue Herausforderungen stellt. Die Folgen der Jahrhundertflut im vergangenen Jahr sind immer noch an vielen Stellen auch in unserem Landkreis Vulkaneifel unübersehbar. Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar dieses Jahres steigen die Energiepreise ins Unermessliche. War es 1973 die Ölkrise, so stehen wir nun vor einer Gasmangelkrise und der Aufgabe, diese und die damit einhergehenden Folgen zu bewältigen. Die letzten Jahre haben uns allen sehr viel abverlangt.
Bei allen Krisen dieser Welt, die es 1973 im ersten Erscheinungsjahr unseres Heimatjahrbuches gab, die es in den 5 Jahrzehnten seither immer wieder gab, die wir heute ganz aktuell erleben und die es auch in Zukunft immer wieder geben wird, ist auch immer ganz viel POSITIVES in all den Jahren passiert, das zeigt ein Blick in unsere Heimatjahrbücher und die vielen Beiträge, die sich mit Geschichte und Geschichten, aber auch mit dem aktuellen Kreisgeschehen in der jeweiligen Zeit beschäftigt haben.
Ich freue mich daher ganz besonders, dass un ser Heimatjahrbuch all diese Zeiten und die damit einhergehenden Herausforderungen beständig überdauert hat und sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut. Ein nach wie vor interessantes und lesenswertes Buch, das mit einer Auflagenhöhe von 4.500 Büchern bei den Lesern ungebrochen beliebt und für viele zum Sammelobjekt geworden ist.
Ich bin sehr froh, Ihnen liebe Leser und Leserinnen auch in diesem Jahr unser Heimatjahrbuch und damit ein Stück Beständigkeit, ein Stück Heimat und viele schöne und auch positive Geschichten und Lesemomente präsentieren zu können.
Ich bedanke mich bei allen Unterstützern, den vielen Anzeigenpartnern, Autoren und Autorinnen und Mitgliedern des Redaktionsausschusses, die über 5 Jahrzehnte hinweg dazu beigetragen haben, dass wir Jahr für Jahr unser Heimatjahrbuch in der Hand halten können.
Ihnen liebe Leser und Leserinnen wünsche ich viel Spaß und Freude beim Lesen der diesjährigen Jubiläumsausgabe. Richten Sie den Blick auf die positiven Dinge im Leben.
Ihre
Julia Gieseking, Landrätin des Landkreises Vulkaneifel