von Tamara Retterath, Lirstal
In der Vulkaneifel lebe ich so gerne, weil sie meine Heimat ist. Ich wurde in der Eifel als Kind von Eiflern geboren und bin hier tief verwurzelt. Meine Vorfahren leben und lebten schon seit vielen Generationen in dieser Region. Man erkennt schon an meinem Nachnamen „Retterath", dass sich sowohl meine Ahnen als auch ich zumindest auf Dauer nicht weit von diesem Ort wegbewegt haben. Mein Wohnort Lirstal liegt nur drei Kilometer von dem Dorf Retterath entfernt, wo die Ursprünge meines Namens liegen.
Die Lebensqualität auf dem Land ist eine ganz andere als in der Großstadt. Ich genieße hier die Ruhe am Tag und die Stille in der Nacht. Der Autoverkehr in der Eifel ist nicht so stark und weniger stressig. Die schönsten Spazierwege durch blühende Landschaften und herrliche Wälder liegen bei mir vor der Haustür. Jeden Tag kann ich diese schöne Natur nutzen und genießen und bei jedem Wetter spazieren gehen.
Durch die (noch) günstigen Grundstückspreise kann man sich eine größere Wohnung leisten als in der Stadt oder in anderen überlaufenen Gegenden Deutschlands oder der Welt. Deshalb hat man mehr und größere Zimmer zum Leben und für Hobbys. Auch der Garten, ein Ort der Muße und Entspannung, ist größer. Nicht alle Städter haben überhaupt einen solchen.
Kindergärten, sämtliche Schulen und Ausbildungsstätten der Eifel sind qualitativ hochwertig und entlassen ihre Abgänger hochqualifiziert, so dass sich diese nicht vor solchen anderer Gegenden verstecken müssen.
Selbst kulturell hat die Eifel einiges zu bieten. Es gibt Freiluft-Theater in Daun, Hillesheim und Gerolstein, Kinos in Daun und Hillesheim und Open-Air-Konzerte am Gemündener Maar bei Daun. Auch das Forum in Daun unterhält ein großartiges Kulturprogramm mit Schauspiel, Konzert, Tanzdarbietung, Musical, Comedy und Kabarett. Die Autorenlesungen namhafter nationaler wie internationaler Schriftsteller anlässlich der Eifel-Literaturtage im Forum schätze ich besonders.
Ich lebe hier in der Eifel in einer Region, in der andere Leute Urlaub machen. Die Feriengäste meiner Mutter erzählen begeistert von tollen und ausgiebigen Wandertouren und berühmten Sehenswürdigkeiten, Schlössern, Burgen, malerischen Orten, Museen und Tierparks.
Das Gemündener Maar
Die Touristen schwärmen vom „Eifelsteig", der von Aachen nach Trier quer durch die Vul-kaneifel verläuft, den Wanderwegen „Allerorts Versteinerungen" von Hillesheim nach Gerolstein, „Vulkane und Riffe" von Gerolstein nach Daun und „Im Herzen der Vulkaneifel" von Daun nach Manderscheid. Letzteren bezeichnete der „Wanderpapst" Manuel Andrack als den schönsten Wanderweg Deutschlands und ich erwanderte ihn mit meiner Familie auch schon in Zwei-Tages-Etappen und ließ den zweiten Nachmittag in Manderscheid in einem alteingesessenen Cafe mit leckerem Kuchen ausklingen. Nicht zu vergessen ist der Krimiwanderweg rund um Hillesheim. Hier gibt es auch regelmäßige Führungen, bei denen die Teilnehmer spannende fiktive Fälle mit kriminalistischem Spürsinn lösen können.
Baden und Schwimmen kann man in herrlichen Naturgewässern wie dem Gemündener und dem Schalkenmehrener Maar, beide bei Daun, sowie dem Pulvermaar bei Gillenfeld und im Kronenburger See (der zur Hälfte noch zum Landkreis Vulkaneifel gehört).
Ballonfahren, ein herrliches Erlebnis, welches ich selbst auch schon einmal genoss, kann man ebenfalls von Daun aus, mit Blick aus der Vogelperspektive auf die schöne hügelige Landschaft der Vulkaneifel.
Wer wissen will, wie Glocken gegossen werden, der begleitet eine Führung durch die Glockengießerei in Brockscheid. In der Schneidemühle in Meisburg kann man ein technisches Museumsstück bewundern, die Wassersäge. Das Schulmuseum Immerath bietet viel Wissenswertes über die Schule von vor über 100 Jahren. Auch im Mausefallenmuseum Neroth bekommt man Einblicke in die Welt früherer Zeiten, nämlich die der Heimarbeiter der kleinen Mausefallen und Nerother Wanderhändler. 2.000 Zentner schwer ist die Lavabombe in Strohn. Mehr über die Geologie der Eifel erfährt man im dortigen Vulkanmuseum. Auch der „Brubbel" in Wallenborn ist eine geologische Besonderheit, ein Kaltwassergeysir mit einer hohen Wasserfontäne. Das größte Wolfsrudel Westeuropas findet sich neben vielen Greifvogelarten im Adler- und Wolfspark Kasselburg.
Das Schulmuseum Immerath
So könnte ich noch viele schöne Sehenswürdigkeiten der Vulkaneifel aufzählen, aber das würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Kurz und gut: Die Vulkaneifel ist lebens- und liebenswert.
Gerne schaue ich mir auch große Städte oder andere Gegenden Deutschlands und der Welt an, doch kehre ich immer wieder gerne in die Eifel, meine Heimat, zurück.