von Christa Kutscheid, Mehren
Als Kind einer sechsköpfigen Familie erblickte ich 1964 das Licht der Welt, geboren und aufgewachsen bin ich in dem schönen Maar-Dorf Schalkenmehren. Einen Kindergarten gab es zu meiner Zeit noch nicht, dies war auch gar nicht notwendig, das soziale Umfeld lag direkt vor der Tür. Sehr früh im Kindesalter lernten wir an der Badeanstalt in Schalkenmehren das Schwimmen, denn es war zu gefährlich in einem Maar-Dorf zu wohnen und nicht schwimmen zu können. Meine Mutter kümmerte sich um das Ferienhaus des Nachbarn, sie hielt die Ferienwohnungen sauber und nahm die Feriengäste bei ihrer Anreise in Empfang. Es dauerte nicht lange, und Kontakte wurden von Seiten unserer Eltern wie auch durch uns Kinder mit den Gästen geknüpft. Die Neugierde auf Menschen aus aller Herren Länder war immer wieder groß. Schnell wurden Freundschaften geknüpft, die häufig nach dem Urlaub zu Brieffreundschaften wurden. Meine Eltern luden die Feriengäste zum Grillen ein, an lauen Sommerabenden saß man beim Romme-Kartenspiel zusammen. Einmal reiste eine Familie aus Frankreich an, unsere Familien kochten zusammen und tauschten Rezepte aus. Den aus der Zeit stammenden „Jacqueline-Pudding" gibt es bei uns heute noch zu Familienfesten. Mit Irmhild, der Tochter einer Gastfamilie aus Bonn, durfte ich die Sternwarte besuchen und mit ihr zum Ausreiten gehen. Wir beiden genossen den gemeinsamen Urlaub in vollen Zügen.
Standen die Sommerferien von uns Kindern an, so verbrachten wir diese größtenteils an der Badeanstalt des Schalkenmehrener Maares. Durch den Kauf einer Familienkarte war dies eine erschwingliche Sache. Früh morgens ging es mit Luftmatratze und sonstigem Strandgepäck an das Maar, das Mittagessen (Kartoffelsalat mit Würstchen) brachte uns die Mutter persönlich vorbei. Die Kinder der Gastfamilien und wir Dorfkinder verbrachten die Ferientage gemeinsam am und im Maarkessel. Gerne lud meine Mutter auch unsere Cousinen und Cousins aus der Stadt Wesseling für die Ferien in die Vulkaneifel ein. Ich erinnere mich auch gerne daran zurück, wenn unser Vater wieder einmal die Idee zu einem größeren Spaziergang mit der ganzen Familie hatte. Es ging in den Wald mit Proviant und Kochgeschirr im Gepäck. Unterwegs stellte mein Vater Flöten aus den jungen Ästen der Holunderbeere her. Bei Ankunft „auf Balzenheck" wurde dann auf einem offenen Feuer gekocht.
War die schöne warme Jahreszeit vorbei und der Winter stand an, freuten wir Kinder uns schon sehr auf das gemeinsame Schlittenfahren. Wir Kinder fuhren in einer Formation vom Sternwartenweg über zugeschneite Treppen und Wege bis runter ins Dorf. Wenn die Minusgrade längere Zeit anhielten, ging es dann endlich auf den zugefrorenen Maarkessel zum Schlittschuhfahren. Natürlich wurde vorher die Eisfläche durch den stärksten Jungen des Dorfs auf seine Tragkraft getestet.