von Hans Grafen, Darscheid
Der Trend zum Fahrradfahren ist ja bekanntlich in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Ich fahre allerdings schon seit ca. 40 Jahren Rad in meiner Heimat, und ich werde nicht müde, dies weiter zu tun. Heute nehme ich Sie mit auf eine Mountainbike-Tour im Herzen der Vulkaneifel, der Startpunkt ist Darscheid.
Mein Mountainbike ist startklar. Helm auf, Rucksack auf den Rücken und los geht's. Die Karl-Kaufmann-Straße runter und im Darscheider Kreisel Richtung Lehwald. Nach etwa einem Kilometer geht es hier halblinks den Waldweg hoch.
Oben angekommen befindet sich links die erste Sehenswürdigkeit: Der Querschnitt eines mächtigen Douglasienbaumes, gepflanzt im vorletzten Jahrhundert, beeindruckend. Weiter bis zur nächsten Abzweigung, rechts hoch, dann am Teerweg wieder links. Keine 500 Meter weiter befindet sich ein Denkmal, ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert, der „Kaiserstein". Zu Ehren des hundertsten Geburtstages von Kaiser Wilhelm dem I. aufgestellt.
Geradeaus weiter und die nächste Abzweigung rechts, Richtung Mehrener Hardt. Zugegeben, die ist in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts ein wenig niedriger geworden, wegen des Abbaus von Lava. Ich umfahre die Bergkuppe und werde mit einem tollen Blick über Daun und die Eifel-höhen oberhalb des Eischeiderhofes belohnt. Im Vordergrund Daun, und über der Stadt im Hintergrund ein Panorama an Berggipfeln: Da ist der „Nerother Kopf (640 Meter), der „Riemerich" (601 Meter), der „Scharteberg" (691 Meter) mit Sendemast, und die höchste Erhebung der Vulkaneifel, der „Ernstberg" (699 Meter) — für mich immer wieder ein traumhafter Anblick.
Die Fahrt geht weiter um die Mehrener Hardt herum in leicht südlicher Richtung, unterhalb des Wasserhochbehälters rechts dem Wiesenweg folgend zur B 421. Diese überquere ich vorsichtig, auf der anderen Seite geht es dann die Wiese hinunter. Zu bremsen sollte man hier nicht vergessen, denn die Wegführung endet unten in einer scharfen Links-Rechts-Kurvenkombination, bevor es unter dem Maare-Mosel-Radweg hindurch direkt links am Feldrand entlang geht. Zwischen Wald und Feld weiter leicht bergauf, bevor es nach 400 Metern schon wieder bergab und dann, oberhalb des Wohnmobil-Stellplatzes Schalkenmehren, in Richtung Schalkenmehrener Maar geht. Ich entscheide mich für den oberen Rundweg am Maar. Nicht an der ersten, sondern an der zweiten Bank auf diesem Weg sollte man eine Verschnaufpause einlegen und die Aussicht auf den Maarkessel, das Maar sowie die Umgebung genießen. Die Pause aber nicht zu lang werden lassen, denn es gibt noch viel mehr zu sehen.
Von hier aus weiter dem Maarrundweg folgen, bis der Abzweig zum Maarsattel kommt: An dieser Stelle zurückschalten, kleiner Gang, hier geht es zwar nur kurz, aber dafür mächtig steil hinauf. Oben angekommen geht der Blick rechts zurück aufs Schalkenmehrener Maar und links jenseits der Straße auf das Weinfelder Maar mit Kapelle (auch Totenmaar genannt). Zwei Augen der Eifel, an denen ich mich nie satt sehen kann. Aber zumindest für heute genug geschaut — jetzt geht's links neben der Aussichtsplattform den kurzen Anstieg hoch bis zum Tor der Weideumzäunung. Absteigen, Tor aufschieben, weiterfahren, das Tor schließt von selbst (!). Ich durchfahre die Freifläche mit einem letzten Blick auf das Maar. Achtung, hier leben in herrlicher Natur Esel und Ziegen, die Rad-fahrer*innen sind nur Gast. Abwärts das Tor, welches mich wieder aus der Umzäunung lässt. Ebenfalls selbstschließend.
Jetzt erwartet mich eine spannende Passage, ein sogenannter „Singletrail", steil ab in Richtung Liesertal. Hier heißt es volle Konzentration, mehrere kurze steile Windungen führen hinab in den Wald und dann hinunter, fast bis an die Lieser. Mein Weg führt ein Stück der Lieser entlang, bevor er langsam aber stetig wieder ansteigt. Etliche Höhenmeter später geht es rechts hoch in eine wunderschöne, offene Wiesenlandschaft. Durch mehrere Kurven schlängelt sich der Weg bis fast auf die Bergkuppe. Oben angekommen hat man einen Höhenunterschied von locker 100 Metern überwunden. Schon bald verschlingt einen der Wald am oberen Rand des Maarkessels des Gemündener Maares. Abwärts geht's in einem großen Bogen durch den Wald bis zum oberen Parkplatz der Badeanstalt. Im Sommer natürlich die perfekte Gelegenheit, einen Abstecher zur Badeanstalt zu machen. Badehose an und eine Runde durch das dunkelgrün-schimmernde Nass schwimmen. Es gibt wohl kein schöneres Gewässer zum Schwimmen. Aber unsere Tour ist auch hier noch nicht zu Ende!
Von der Badeanstalt geht's wieder hoch, um gleich darauf eine ordentliche Gefällstrecke hinunter nach Gemünden zu fahren. Die Abfahrt ist wohl eine der steilsten auf öffentlichen Straßen im Vulkaneifelkreis. In Gemünden geht es dann gleich rechts ab in den Kurpark der Stadt Daun. Wer die Trinkflasche an dieser Stelle bereits ausgetrunken hat, kann sie hier mit köstlichem Drees wieder auffüllen - ganz kostenlos! Durch den Kurpark geht es über die Brücke ins Daufeld. Von hier geht die Fahrt weiter in den Wehrbüsch und auf den Philosophenweg, ein Rundweg der besonderen Art. Hier sind am Wegesrand Steine positioniert, auf ihnen die Sprüche und Aussagen berühmter Menschen. Einer fällt mir immer wieder besonders ins Auge, „Ich weiß, dass ich nichts weiß" von Sokrates. Aber auch die übrigen sind sehens- und lesenswert. Auf der anderen Seite des Wehrbüschs erblickt man, jetzt erheblich näher als zu Beginn der Tour, wieder die Stadt Daun. Hier stechen nun die Burg, die Nikolauskirche und das Viadukt besonders ins Auge.
Weiter geht es unterhalb des Schulzentrums hinunter in die Stadt. Rosenbergstraße, Leopoldstraße, am Forum links abwärts. Für Mutige geht es dann das Rammelspätchen steil ab und über die Eselsbrücke zum Bahnhof. Ich fahre hier nun links auf den Radweg in Richtung Boverath und wieder, wie sollte es auch anders sein, bergauf durch den Ort und weiter hoch zur Boverather Leh. Hier treffe ich auf die alte Darscheider Straße, deren Verlauf ich bis nach Darscheid, meinem Startpunkt, folge.
Geschafft! Knapp 30 Kilometer und 800 Höhenmeter liegen hinter mir. Eine traumhafte Landschaft mit vielen Besonderheiten wartet schon auf mich bei der nächsten Tour. Ich kann nur sagen: Raus in die Vulkaneifel, warum sollte ich woanders hin? Ich wünsche viel Spaß beim Nachfahren!