von Felicitas Schulz, Hillesheim
Im Herbst zieht im Bolsdorfer Tälchen alljährlich das Pfaffenhütchen mit den karminroten, vierkantigen Früchten viele Blicke auf sich. Das Spindelbaumgewächs findet man zudem in Gärten, Auen- und Laubmischwäldern, an Felsen und an Wegrändern. Die Frucht des Pfaffenhütchens besteht aus einer Kapsel. Sie bildet sich aus mehr als zwei Fruchtblättern, enthält mehrere Samen und ist trockenhäutig. Bei der Reife springt sie auf und präsentiert den leuchtend orangeroten Samenmantel, der den Samen umhüllt. Im Volksmund wird das Gewächs Pfaffenhütchen genannt, was auf die Gestalt als Bischofsmütze der Früchte zurückzuführen ist.
Im Spindelbaum, wie pharmakologische Untersuchungen belegen, befinden sich in allen Pflanzenteilen giftige Substanzen, die noch nicht erforscht sind. Von alters her waren Hinweise von Vergiftungen der Pflanze bekannt. Früher verwendeten Drechsler das Holz unter anderem zur Herstellung von Spindeln, Schnitzereien, Schuhnägeln und für Intarsienarbeiten. Es galt als robustes Holz.
Ein weiteres besonderes Erlebnis bieten in der vegetationsreichen Zeit eine Vielzahl von geschützten, seltenen Pflanzen und bekannten Heilpflanzen. Der anderthalb Kilometer lange Hillesheimer Barfußpfad im Bolsdorfer Tälchen überrascht mit 25 Fußerlebnis-Feldern. Sie führen unter anderem über Natur- und Balanciersteine, bunte Trittplattenwege, Rindenmulch, Perlkies, Wackelsteindamm, Rheinsand, Knüppeldamm, Klettersteig sowie Bänke, Ruheplätze und ermöglichen ein Fußbad im See.