Der Künstler Karl-Heinz Schmitz

Zum 90. Geburtstag für die Förderung der Wirtschaft

von Siegfried Czernohorsky, Daun

„Fit wie ein Turnschuh", so titelte Mario Hübner, Redakteur des Trierischen Volksfreunds seinen Artikel über Karl-Heinz Schmitz anlässlich seines 90. Geburtstags im Februar 2022. Mario Hübner trifft Karl-Heinz Schmitz häufig morgens im Fitness-Studio in Daun, wo dieser seinen sportlichen Tagesrhythmus beginnt, der am Nachmittag mit einer Radtour - bei jedem Wind und Wetter — seinen Abschluss findet und ihn bis heute so fit gehalten hat. Nicht nur der Sport, sondern auch die Malerei hat im Leben von Karl-Heinz Schmitz schon früh eine wichtige Rolle gespielt. Seine „Malerkarriere" begann 1945, als er im Alter von 13 Jahren für eine Bekannte seiner Eltern ein Bild mit Judas Thaddäus schuf, das heute nach dem Tod der Auftraggeberin im Speisezimmer der Familie Schmitz in Daun zu bewundern ist. Christliche Themen haben ihn ohnehin durch sein ganzes Künstlerleben begleitet. Titel wie Madonna, Flucht nach Ägypten, Drei Könige, Auferstehung, Prophet, Wallfahrt, Pietà und Martinszug zeugen von seiner tiefen Verwurzelung im christlichen Glauben, der die Grundlage seiner Zuversicht, seines Optimismus, seiner Weltoffenheit, seiner Freude an Neuem und seiner heiter-gelassenen, humorvollen Lebenseinstellung bildet. Dass er nach der Abiturprüfung u. a. über W. Kandinsky und einem geplanten Lehramtsstudium in Bonn in Kunst, Latein und Französisch dann doch ins Jurastudium, das ihn gleichermaßen interessierte, abgebogen ist, war sicher eine gute Entscheidung, wie seine Tätigkeit als allseits anerkannter Richter am Amtsgericht in Daun ab 1968 und als Direktor von 1972 bis 1994 deutlich unter Beweis stellt. Auch wenn ihm Beruf und Familie nur begrenzt Zeit ließen, so widmete er sich doch in seiner Freizeit weiterhin der Malerei, bildete sich fort und entwickelte sich kontinuierlich weiter. Seit seiner Pensionierung gehört die Arbeit im Atelier zu seinem festen Tagesrhythmus.

Es fällt schwer, den Maler Karl-Heinz Schmitz in ein bestimmtes künstlerisches Raster einzuordnen, obwohl der wahre Kenner seinen unverwechselbaren Stil und seine besondere Bildsprache in all seinen Schaffensperioden sofort erkennen kann. Neben Abstraktem in unterschiedlichen Ausprägungen finden sich in den 80er Jahren auch eher klassische, gegenständliche Darstellungen (Steinborn 1982, Die Blaue Tür 1986) mit expressiver Farbgestaltung. Besonders geprägt hat ihn in seiner Entwicklung der Ansatz der sog. informellen Richtung abstrakter Kunst in den Nachkriegsjahren, die auf Spontaneität in der künstlerischen Produktion setzt. Der Arbeitsprozess unterliegt keinen starren Regeln, er folgt Prozessen des Unbewussten. Daher beginnt ein Werk bei Karl-Heinz Schmitz zunächst nicht mit einer gegenständlichen Skizze, sondern mit einem Farbauftrag in Öl auf der Leinwand. Hierbei folgt er seiner spontanen Eingebung. „Es entwickelt sich einfach!", wie er selbst es ausdrückt. Hierbei trägt er keine gleichmäßigen großen Farbflächen auf, sondern tupft mit dem Pinsel unterschiedliche Farben auf die Leinwand, die sich auf der Palette und auch auf der Leinwand mischen. Texturen — aus Sand, Farbe und Marmorstaub modelliert — kommen bisweilen hinzu. Er erzielt somit in unterschiedlichen Farbnuancen schimmernde, plastische Oberflächen, die seinen Werken ein besonderes Flair verleihen. Erst dann arbeitet er Formen, Gegenständliches oder Figürliches heraus oder legt Strukturen, z. B. in Form von Gittern oder Netzen darüber. Die dargestellten Motive haben keinen unmittelbaren Bezug zu einem Gegenstand oder zu einem festgelegten Thema. Seine Bilder enthalten Gegenständliches nur in Andeutungen und lassen meist mehrere "Geschichten" mit vielfältigen Assoziationen in den Bildern erahnen. Immer wieder tauchen Treppen, Türme, Bäume, Menschen in Gruppen, einzelne Köpfe in den collageartigen Sektionen der Bilder auf. Dieser Prozess des Bildwerdens kann sich längere Zeit — auch Monate — hinziehen. Werke werden bearbeitet, beiseite gestellt und nochmals überarbeitet, bis es einfach passt.

Der Vorstand des Kulturkreises Daun e.V.: Elke Czernohorsky, Sigrid Jenssen, Siegfried Czernohorsky, Roy Coppack, Hansjörg Schwarz, Karl-Heinz Schmitz (von links). Es fehlt: Hartmut Gurski.

Bei dieser Kunstauffassung ist es nicht verwunderlich, dass sich Karl-Heinz Schmitz längere Zeit mit Mark Rothko (1903-1970) mit seinen ineinander verschwimmenden, monochromen Farbbalken oder auch mit dem amerikanischen Künstler Jackson Pollock (1912-1956) beschäftigt hat, der mit seiner Technik des Action Painting den abstrakten Expressionismus begründete, indem er mit seiner Spritztechnik komplexe, ineinander verwobene Farbstrukturen schuf. Aktuell setzt sich Karl-Heinz Schmitz auch mit dem irischen Maler Jean Scully (geb. 1945) und seinen Kombinationen von vertikalen und horizontalen Farbbahnen auseinander. Somit sind Werke entstanden, die sich gänzlich von den übrigen aktuellen Bildern des Künstlers Karl-Heinz Schmitz unterscheiden und ihnen doch im Inneren verbunden sind. Nach einer großen Retrospektive seiner Bilder in der Ausstellung des Kulturkreises Daun im Jahr 2014 in der Volksbank RheinAhrEifel in Daun, zu der ein umfassender Katalog erschienen war, widmete sich die Ausstellung im Jahr 2022 in Daun — eine Zusammenarbeit zwischen dem Kulturkreis Daun und der Galerie Augarde — vom 5. bis 29. September ausschließlich aktuellen Werken der Jahre 2021-2022. Hierbei wurde auch eins seiner Bilder „Frühlingserwachen" als Jahresgabe des Kulturkreises in einem limitierten und signierten Kunstdruck präsentiert und an die Mitglieder des Kulturkreises Daun ausgegeben. Karl-Heinz Schmitz hatte zuvor bereits die Jahresgabe 1991, 2007 („Kleine Brücke") und 2012 („Zwei Frauen") gestaltet, in denen sich auch sein künstlerischer Werdegang spiegelt. Er war zudem in allen 32 Jahresausstellungen des Kulturkreises Daun mit Werken vertreten. Karl-Heinz Schmitz war Gründungsmitglied des Kulturkreises und lenkte viele Jahre als Vorsitzender die Geschicke des Vereins und steht heute als Ehrenvorsitzender dem Vorstand nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite. Weitere Informationen unter www.kulturkreis-daun.de

Karl-Heinz Schmitz beim Signieren der Kunstdrucke seines Werks „Frühlingserwachen".