von Alois Mayer, Daun
Alphonse James Schladweiler wurde am 18. Juli 1902 in Milwaukee, Wisconsin, als drittes Kind von Matthias Schladweiler und Gertrude Schneider, beide Nachkommen deutscher Einwanderer aus dem Raum Trier und der Eifel, geboren. Seine Geschwister waren: Urban Peter Schladweiler und Estella Maria (Schladweiler) Herriges.
Nach dem Tod seiner Mutter im Jahr 1911, zogen er und seine Familie von Milwaukee nach South Dakota und schließlich nach Madison, Minnesota, wo Alphonse die Pfarrschule der St.-Michael-Kirche besuchte. Von 1916-1922 studierte er am Franziskanischen Kleinseminar St. Joseph's College in Teutopolis, Illinois. 1923 schrieb er sich als Theologiestudent am St. Paul Seminar, Minnesota ein.
Alphonse J. Schladweiler empfing am 9. Juni 1929 von Erzbischof Daniel Austin Dowling das Sakrament der Priesterweihe und feierte am 13. Juni 1929 seine Primizmesse in der St. Michael Kirche in Madison. Seinen Dienst trat er als Hilfspfarrer der Geburtskirche der Pfarrei „St. Paul" an und diente später (1930-1937) an der „Holy Trinity Church" (Dreifaltigkeitskirche) in New Ulm, 1938 an der St.-Michael-Kirche in St. Michael und der St.-Bernhard-Kirche in Köln/Minnesota, wie auch als Kaplan des St. Marys Hospital in Minneapolis.
Schladweiler erhielt 1938 sein erstes Pastorat an der St. Josephs-Kirche in Montevideo, war von 1939-1948 Pfarrer der St. Michael-Kirche in Morgan und der „Holy Rosary Church" (Heiliger-Rosenkranz-Kirche) in North Mankato (1948-1955). Nach dem unerwarteten Rücktritt von Pater Gruden aus gesundheitlichen Gründen am 5. Dezember 1955 wurde Schladweiler Pfarrer der „St. Agnes-Kirche" in St. Paul. Zusätzlich zu seinen pastoralen Pflichten war er von 1954 bis 1957 als Prosynodenrichter für die Erzdiözese St. Paul tätig und wurde am 13.10. des gleichen Jahres in den Rang eines häuslichen Prälaten mit dem Titel „Monsignore" erhoben.
Bischof Schladweiler interessierte sich immer für Musik und sang gern. So war es mit die erste Unternehmung in Saint Agnes, die vor 45 Jahren gekaufte alte Pfeifenorgel durch eine Wicks-Pfeifenorgel mit vierzehn Registern zu ersetzen. Er förderte auch die Entwicklung von Kirchenchören, und in St. Agnes gründete er einen Männerchor. Die Morgenstunden des 4. Dezember 1957 brachten den Menschen der Erzdiözese und insbesondere der Pfarrei St. Agnes aufregende Neuigkeiten. Der Vatikan in Rom hatte eine neue Diözese mit New Ulm, Minnesota, als Bischofsstadt gegründet Monsignore Schladweiler wurde am 28. November 1957 von Papst Pius XII. zum ersten Bischof dieser neuen Diözese ernannt. Der Papst war überzeugt, dass Schladweiler, der für seinen sanften Geist und seine Offenheit gegenüber den Menschen bekannt war, die Entwicklung der neu gegründeten Diözese (68.094 Katholiken, 98 Priester, 86 Pfarrgemeinden, 9 Missionen, 7 Gymnasien und 2 Gemeindekrankenhäuser) vorantreiben werde. Seine bischöfliche Weihe erhielt er am 29. Januar 1958 von Erzbischof William Otterwell Brady. Die Amtseinführung fand am nächsten Tag in der „Cathedral of the Holy Trinity"(Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit) in New Ulm, Minnesota statt. Bischof Schladweiler bildete nicht nur die administrative Grundlage für die Diözese, sondern war auch einer der ersten Bischöfe, die auf den Appell von Papst Johannes XXIII. reagierten, Missionen in Mittelsüdamerika einzurichten.
Bischof Alphonse James Schladweiler
Die Diözese New Ulm übernahm die Personalverantwortung für die kleine Gemeinde im Hochland von San Lucas Toliman, Guatemala. Schladweiler war überzeugt, dass sein Engagement für San Lucas eine der wichtigsten Errungenschaften der Diözesanverwaltung New Ulm war.
Bischof Schladweiler nahm von 1962 bis 1965 an allen Sitzungen des Zweiten Vatikanischen Konzils in Rom teil. Nach dem Konzil arbeitete er an der Umsetzung seiner Dekrete, darunter: Einführung der neuen englischen Messe; Änderungen in der liturgischen Praxis; Veränderungen in der Struktur der Diözesanverwaltung. Während seiner 18-jährigen Amtszeit weihte er 64 Priester und gründete zwei neue Pfarreien. Schladweiler wurde am 23. Dezember 1975 von Papst Paul VI. in den Ruhestand versetzt. Er zog am 11. November 1988 ins Seniorenheim „Divine Providence Community Home" (Haus der Göttlichen Vorsehung) in Sleepy Eye, wo er am Mittwoch, 3. April 1996, im Alter von 93 Jahren starb. „Herzversagen" steht auf seinem Totenschein. Begraben wurde er auf dem Katholischen Friedhof von New Ulm.
„Ein sehr sanfter und milder Mann, dessen große Liebe zu den Menschen sein gesamtes Priestertum, seine Jahre als Bischof und seinen Ruhestand kennzeichnete. Die Einheit der Familien und ihr Wirken blieben für ihn das Zentrum des Lebens, und er bemühte sich stets, ihre Bedeutung für das christliche Leben herauszustellen." (Pater Richard M. Hogan, in: A Minnesota Shepherd, the Most Reverend) Bischof Raymond Lucker von der Diözese New Ulm: „Ich bin traurig über den Tod des Bischofs. Die Priester und das Volk der Diözese werden sich an ihn als einen gütigen, liebevollen Pfarrer, einen treuen Hirten erinnern, der sich der von ihm geliebten Kirche gewidmet hat. Er war ein frommer, schlanker Mann, einer von vielen, der von allen geschätzt wurde, die ihn kannten. Bischof Schladweiler und ich hatten ein gutes Verhältnis. Er unterstützte mich, und ich sah ihn an als älteren Bruder." Pfarrer John Richter, Pastor der katholischen Kirche St. Mary: „Er war ein großartiger Mann, der Gott und die Kirche liebte. Er war ein gütiger und treuer Nachfolger der Apostel und immer treu zu Gott."
Schwester Sharon Williams, Hausoberin Seniorenheim „Haus der Göttlichen Vorsehung" in Sleepy Eye:
„Es war der Bischof, der uns Schwestern gebeten hat, hierher zu kommen und dieses Gemeindehaus und Seniorenheim der „Göttlichen Vorsehung" zu leiten. Deswegen haben wir eine besondere Liebe für den Bischof. Auf dessen Veranlassung wurde dieses Heim erbaut. Er wollte, dass die älteren Menschen in Sleepy Eye ihren Lebenszyklus abschließen können. Seit wir 1960 eröffnet haben, gingen zwei Priester, ein Monsignore, ein Bischof und über 500 Mitarbeiter durch diese Tür. " Schwester Joanna Bulanti: „Er war ein sanfter und freundlicher Mann, immer glücklich, zufrieden, nie fordernd. Er war in jeder Hinsicht ein wunderbarer großer Gentleman. Er sah Christus in allem und in anderen Menschen. Er war auch ein Mann, der große Leidenschaft und Begeisterung für seine Beter empfand. Er versuchte stets, auf Erden seine Berufung zu leben in der Nachfolge Christus. Am meisten berührte mich die Zeit, als es dem Bischof nicht mehr möglich war, aktiv die Messe zu feiern. Er saß auf seinem Platz, und wenn die Kommunion gespendet wurde, kniete er sich immer noch nieder, um die Kommunion zu empfangen. Seine Verehrung für den Leib Christi war für mich so offensichtlich. Auch hatte er einen feinen Sinn für Humor. Er liebte es zu scherzen und Spaß mit dem Personal zu haben. Häufig haben ihn seine Nichten und Neffen besucht. Er muss für sie ein außergewöhnlicher Mann gewesen sein, denn sie nannten ihn immer Reverend Onkel', was ihn so berührt hat" (Sleepy Eye Herold, 4.11.1996).
Erinnerung an 50jähriges PriesterjubiLäum
Ob als Priester oder Bischof, die Heimat seiner Vorfahren hatte Alphonse J. Schladweiler nie vergessen. Bis kurz vor seinem Tod stand er in Briefkontakt mit seinen Verwandten in Strohn (Familien Horbert und Koenen). Dreimal (1954, 1970 und 1974) nutzte er die Gelegenheit, sie in Strohn aufzusuchen, die Horbert-Mühle zu bestaunen, nach Sprink zu wandern und ergriffen vor dem uralten Haus und Gehöft zu stehen, in dem seine Ahnen lebten und wirkten. Frau Elfriede Horbert, die er stets nur „Kusine" nannte, erinnert sich noch gut an den würdigen Herrn. „Er war äußerst bescheiden, schlicht gekleidet, man sah ihm nicht an, dass er Bischof war. Er sprach sehr gut deutsch und berichtete immer, dass seine Vorfahren es in den ersten Jahrzehnten in Amerika äußerst schwer hatten und in ärmlichen Verhältnisse lebten und sich mühsam quälen mussten, um später zu etwas Wohlstand und Ansehen zu gelangen." Nach dem Tod von Bischof Schladweiler erlosch der Kontakt zu weiteren in Amerika lebenden Mitgliedern der Schladweiler-Familie.
I. Generation
• SCHLADWEILER Johann, Ackerer * um 1740; † 08.09.1776 Sprink heiratet vor 1768 mit
• PÜTZ Anna Maria * um 1745 Sprink;
f in Meerfeld, 1. Kind von 7 der Eheleute Johann Pütz aus Sprink und Maria Barbara Kinder:
1. Matthias * 09.01.1768 Sprink heiratete 1801 Anna Katharina Schäfer
2. Anna Elisabeth * 06.06.1772 Sprink
II. Generation
• SCHLADWEILER Matthias, Schafhirt
* 09.01.1768 Sprink; † 26.04.1843 Strohn heiratete 30.12.1801 in Strohn
• SCHÄFER Anna Katharina * 29.05.1776 Strohn; † 21.10.1855 Strohn; Tochter von Johann Peter Schäfer aus Oberscheidweiler und Anna Katharina Hermes aus Niederöfflingen,
Kinder:
3. Matthias * 23.10.1802 Strohn; † 18.03.1803 Strohn
4. Anna Elisabeth * 23.12.1803 Strohn; † 09.04.1869 Strohn; ledig
5. Matthias * 26.02.1807 Strohn vh 1832 Genoveva Willems
6. Maria Barbara * 28.04.1813 Strohn; † 26.03.1818 Strohn
7. Maria Anna * 02.04.1815 Strohn vh 1846 Paul Butzen
III. Generation
• SCHLADWEILER Matthias, Ackerer *
26.02.1807 Strohn; † 06.03.1894 Fond
Du Lac, Wisconsin
heiratete 13.01.1832 Strohn mit
• WILLEMS Genoveva * 04.05.1809 Ellscheid; † 11.04.1855 Strohn; 4. Kind von 6 der Eheleute Johann Jakob Willems, Ellscheid und Maria Eva Diederichs, Steineberg
13 Kinder:
1. Philipp * 01.07.1832 Strohn;
t 16.08.1907 Milwaukee, Wisconsin; unverheiratet
2. Kaspar * 17.10.1833 Strohn; † 02.10.1898 Chicago
heiratete in USA mit Maria Franziska Görgen * 29.08.1844 Strohn; † 06.02.1889 Chicago; Tochter von Matthias Görgen, Pohlbach, und Maria Anna Hommes, Strohn
3. Peter * 13.02.1835 Strohn; † 19.01.1895 Town Of Auburn, Fond Du Lac, Wisconsin
heiratete 1857 in USA mit Margarethe Streit * 20.10.1840 Strohn; † 06.05.1904 Fond Du Lac, Wisconsin; Tochter von Joseph Streit und Barbara Römer
4. Maria Eva * 25.07.1836 Strohn; † US heiratete in USA ?? Fagen
5. Johann * 30.10.1837 Strohn; † 27.05.1914 Chicago
heiratete in USA mit Barbara Theis * 05.08.1842 Marienthal/Bayer; † 15.07.1929 Chicago
6. Barbara * 25.07.1839 Strohn; † 23.05.1907 Chicago
heiratete in Chicago mit Adam Fecher
7. Gerhard * 19.07.1842 Strohn;
t 01.12.1928 Milwaukee, Wisconsin heiratete 1866 in Milwaukee mit Katharina Heinrichs * 18.11.1846; † 06.09.1932 Milwaukee, Wisconsin; 7 Kinder
8. Anna Maria * 29.11.1844 Strohn; † 17.04.1885 Chippewa County, Wisconsin
heiratete in USA mit Hubert Fe(ü)llenz * 30.10.1840 Bengel; † 31.08.1900 Salem, Pierce, Wisconsin; Sohn von Matthias Joseph Fellenz und Clara NN; 5 Kinder
9. Totgeburt (Hilarius) * 08.10.1846 Strohn; † 08.10.1846 Strohn
10. Jakob * 17.05.1848 Strohn; † 06.12.1849 Strohn
11. Maria Anna * 28.06.1850 Strohn; † 26.03.1923 Hartford, Wisconsin heiratete in Hartford mit Peter Albert Tescher * 07.11.1845; † 16.08.1924 Hartford, Wisconsin; Sohn von Peter Tescher und Anna Reinhard; 13 Kinder
12. Jakob * 02.12.1851 Strohn; † 14.03.1920 Hanson South Dakota
heiratete in USA mit Sophie Gottesacker * 4.4.1858 Two Rivers, Wisconsin;
t 19.11.1930 Hanson, South Dakota; Tochter von ?? Gottesacker und Katharine Görgen; 7 Kinder 13. Matthias * 05.02.1855 Strohn; † 23.01.1927 Kewaskum, Wisconsin I. Heirat 1877 in Kewaskum mit Christine Stähler * 15.02.1854, Nassau; † 20.11.1882 Fond du Lac; 3 Kinder; II. Heirat 1883 in Kewaskum mit Margarethe Meeth * 06.04.1863 Saint Michael, Washington; † 20.08.1927 Kewaskum, Wisconsin; 13 Kinder
Nachdem zuerst die drei Brüder (= Kaspar, Peter und Johann am 8.10.1859 mit einem Vermögen von 60 Talern) zu Verwandten (u.a. Rodenkirch; Thull) nach Nordamerika ausgewandert waren und dort nunmehr in günstigen finanziellen Verhältnissen lebten, baten sie ihren Vater und die Geschwister ebenfalls auszuwandern. Für die Überfahrtskosten würden sie aufkommen. Daraufhin wurde die Schiffspassage bei Anton Strauss, Antwerpen, gebucht, ihr Eigentum in Strohn veräußert und dann mit einem Vermögen von etwa 300 Reichstalern am 12.02.1867 ebenfalls in die USA ausgewandert.
IV. Generation
• SCHLADWEILER Peter, Bauer, Schmied, * 13.02.1835 Strohn; † 19.01.1895 Fond du Lac County, Wisconsin
heiratete 23.04.1857 in St. Michaels Church in Kewaskum mit
• STREIT Margarethe * 24.09.1840 Strohn; † 06.05.1904 Fond du Lac, Wisconsin; 3. Kind von 4 der Eheleute Joseph Streit, Dudeldorf, und Maria Barbara Barbara Römer, Strohn
15 Kinder, darunter:
6. Matthias * 20.04.1868 Fond Du Lac, Wisconsin; † 29.01.1938 Milwaukee, Wisconsin;
heiratete 1894 SCHNEIDER Gertrud V. Generation
• SCHLADWEILER Matthias, Zimmermann, * 20.04.1868 Fond Du Lac, Wisconsin; † 29.01.1938 Milwaukee
I. Heirat am 24.01.1894 in Madison mit
• SCHNEIDER Gertrud * 21.04.1870 St. Michael; † 29.04.1911 Milwaukee
II. Heirat am 19.11.1921 in Oskosh, Wisconsin mit
• KÖNEN Augusta * 29. April 1878 Grafton, Wisconsin; † 19.10.1946 Milwaukee, Wisconsin; keine Kinder
3 Kinder aus I. Ehe:
1. Urban Peter * 19.12.1895 Milwaukee, Wisconsin; † 19.10.1920 Madison, Minnesota
heiratete 17.08.1920 mit Frances Willegalla, Tochter von Albert Willegalla, Madison
2. Estella Maria * 24.02.1897 Milwaukee, Wisconsin; † 08.11.1973 Fox Lake, Wisconsin
heiratete 25.06.1917 in Milwaukee mit
Philipp Hermann Herriges* 07.04.1896
Madison; † 07.10.1971 Milwaukee, Wisconsin; Sohn aus 2. Ehe der Eheleute Gerhard Herriges, USA, und Luise Vetter,
USA; 17 Kinder
Bischof Schladweiler bei seinen Verwandten in Strohn, 1974. Gertrud Koenen; Alphons J. Schladweiler; Elfriede Horbert, geb. Koenen; Leo Horbert (von links).
3. Bischof Alphonse James (siehe oben!)
• Bishop Alphonse James Schladweiler". Catholic-Hierarchy.org
• Monsignor Alphonse J. Schladweiler (1955-1957), in: Church of St. Agnes
• web.archive.org/web