Die Hinkelsmühle Schutz

Überblick über die Geschichte

von Volker Herrmann, Schutz


Mühle mit Nebengebäuden um 1920/1930 (im Kreis) von der gegenüberliegenden Seite der Kleinen Kyll gesehen. Von links: Fachwerkscheune, die Mühle selbst teilweise verdeckt; daneben höher als das Mühlengebäude eine zweite Scheune mit zum Bach hin vorgelagertem Schweinestall und Backhaus.


Es handelt sich um eine Kornmühle mit einem oberschlächtigen Wasserrad und einem, später zwei Mahlgängen. Wasserzuleitung durch einen Graben parallel zur heutigen Autostraße, der von der Kleinen Kyll vor dem alten Sägewerk Tombers abgeleitet wurde; heute eingeebnet. Bei Ausschachtungsarbeiten für den Anbau 1999 wurde ein Rest ausgegraben (vier konkave Betonhalbröhren, die hintereinander lagen und auf das Wasserrad ausgerichtet waren). Bei Tranchot als Heckelsmühle verzeichnet. Namensgebend ist der Hinkelsbach, der an der Mühle vorbei in die Kleine Kyll floss, heute verrohrt und umgeleitet.


Westwand im Jahr 2021, zeigt den Verlauf des Giebels des ursprünglichen Mühlengebäudes mit dem (zugemauerten) Fenster zur Schlafkammer des Müllers. 15 cm unter der Unterkante der beiden Fenster direkt über dem Mühlrad liegt auch heute noch der Fußboden. Genau dort befand sich jeweils ein Mahlgang -sehr gut beleuchtet! Hinter dem Mühlrad sind im Keller noch Vorrichtungen zur Befestigung der Mühlentechnik vorhanden. Aufnahme von 2021.


vor 1797 Errichtung des rein technischen Gebäudes mit einem Mahlgang, einem Wasserrad und einer Schlafstube direkt unter dem Dach (wahrscheinlich unter Ausnutzung der von den französischen Truppen mitgebrachten Gewerbefreiheit)

1797 Peter Schlaffer wohnt in der Mühle, Sohn Peter geboren

1799 Peter Schlaffer wohnt in der Mühle, Tochter Anna Kathrin geboren

1803-1820 Mühle ist als ,Henkesmuhl' in ,Kartenaufnahme der Rheinlande' enthalten

1819 Müller ist Johannes Wilhelmus Üdelhoven aus Schutz

1826 Eigentümer und Müller ist Peter Josef Schmitt, zeigt schon 1825 die Geburt

eines Sohnes an, der eine Stunde nach der Geburt stirbt

1844 Anbau eines Wohnhauses

durch Johann Zirbes und Anna Maria Tombers, beide sollen schon 1846 in die USA ausgewandert sein (wg. Hungerjahren in der Eifel oder Überschuldung?)

1846 Müller ist Johann Adam Stolz

und Sohn Matthias, vermutlich aus Weidenbach

1852 Eigentümer ist Johann Adam

Stolz, Müller ist Franz Budin-ger in Pacht

1856 Müller ist Niklas Dosiert


Kartenaufnahme der Rheinlande 1803 -1820


Reste des früheres Wehrs in der Kleinen Kyll, das zum Ableiten des Wassers zum Mühlrad diente. Aufnahme von 2021.


Neues Mühlrad, Aufnahme von 2021

1858 Müller ist Nikolaus Stoffels aus Landscheid, verheiratet in erster Ehe mit Margaretha Servatius +1861, in zweiter Ehe mit Maria Elisabeth Servatius +1899 Einbau eines zweiten Kornmahlgangs

1883 Tod von Nicolaus Stoffels, Witwe führt Betrieb fort

um 1900 Eigentümer ist Wilhelm Konrad aus Plein, verheiratet mit Angela Stoffels, Tochter von Nikolaus und Maria Elisabeth Stoffels (geb. Servatius)

1914 bis nach 1945 deren Sohn Jacob Konrad ist letzter Müller. Er wird bald zum Militär eingezogen, seine Schwester Maria Stoffels führt den Betrieb bis Kriegsende fort Die meisten Kunden kamen zu der Zeit aus Üdersdorf, Neroth und Oberstadtfeld

ca. 1920 Mühle hat auf Nord- und Südseite Nebengebäude

1938 Leistungsfähigkeit der Mühle beträgt bis zu zwei Tonnen innerhalb 24 Stunden

ca. 1956 Auf der Nordseite ist vor dem Haupthaus neben der Haustür nach rechts versetzt eine zweiteilige Fachwerkscheune angebaut.

ca. 1957 Mahlbetrieb wird eingestellt (durch Land RLP gefördert), Wasserrecht erlischt.

1956-1958 Flurbereinigung: Zusammenlegung der durch häufige Erbteilung sehr klein gewordenen Grundstücke

danach: In der Scheune auf der Nordseite Geräteraum und Brennholzlager, oben Strohlager. In Scheune auf der Südseite unten zur Mühle hin Toreinfahrt, daneben Rindviehställe; oben Lager für Heu, Stroh und Getreide; zur kleinen Kyll hin angebaute Schweineställe und Backhaus, zwischen Mühle und Scheune Grube für Misthaufen. Scheune wird (teilweise) vermietet. Haus wird von den Familien Konrad und Giebels bewohnt, Johanna Giebels ist Schwester von Jacob Konrad

um 1975 Nebengebäude auf beiden Seiten sind abgerissen

danach: bewohnt durch Familie Och

1989 Anbringung eines neuen Wasserrades durch Eigentümer Friedel Frielinghaus aus Duisburg

1991 Erwerb durch Thomas Albrecht und Frau Carla, Weißenbrüchen

1992 Erwerb durch Volker Herrmann und Frau Helga, Köln anschließende Renovierung von Grund auf

1999 Anbau eines Wohnbereichs, Gesamtwohnfläche heute ca. 150 m2


Quellen