Neue kirchliche Strukturen im Bistum Trier

Von der Pfarreiengemeinschaft zur Katholischen Kirchengemeinde Gillenfeld

von Helmut Trapp, Gillenfeld



Die Synode des Bistums Trier - von 2013 bis 2016 — hat gezeigt, dass in den letzten zwei Jahrzehnten ein deutlicher Rückgang kirchlichen Lebens durch gesellschaftliche Veränderungen, durch Kirchenaustritte und den Priestermangel festzustellen ist. Am Beispiel der Pfarreiengemeinschaft (PG) Gillenfeld soll dies verdeutlicht werden: Betrug die Zahl der Katholiken im Jahr 2000 noch 6968, so sind 2020 5697 Gläubige gemeldet. Nahmen im Jahr 2000 noch 1249 Gläubige an den Sonntagsgottesdiensten teil, so waren es 2019 nur noch 544. Die Zahl der Taufen sank in den letzten 20 Jahren von 71 auf 43. Allein dieses Beispiel zeigt, dass die gegenwärtigen Pfarrstrukturen nicht mehr in der Lage sind, den Auftrag der Kirche in der heutigen Zeit zu verwirklichen. Seit 2008 bestand die Pfarreiengemeinschaft Gillenfeld aus acht Pfarreien mit 14 Filialen: Pfarrei Brockscheid mit Fialen Udler und Tettscheid; Pfarrei Darscheid mit Filialen Hörscheid, Schönbach und Utzerath; Pfarrei Demerath mit Filiale Steineberg; Pfarrei Gillenfeld mit Filialen Ellscheid, Saxler und Winkel; Pfarrei Mehren mit Filiale Steiningen; Pfarrei Schalkenmehren mit Filiale Weinfeld; Pfarrei Strohn mit Filialen Mückeln und Trautzberg; Pfarrei Strotzbüsch mit Filiale Immerath.

Dementsprechend hat das Bistum Trier bis Ende 2025 als Ziel ausgegeben, dass die Pfarreien zu mindestens auf der Ebene der jeweiligen Pfarreiengemeinschaften zu einer Kirchengemeinde fusionieren sollen. Das ist in der Pfarreiengemeinschaft Gillenfeld durch gute Vorarbeit schnell gelungen. Hier fanden seit 2008 bereits mehrere gemeinsame Aktivitäten statt, z. B. Fahrten nach Rom oder Israel. Eine „Hütte zwischen den Maaren" bei Immerath als gemeinsamer Ort der Begegnung konnte durch Spenden und Zuschüsse gekauft werden. Jugendliche und Handwerker haben die notwendigen Einrichtungen und das Außengelände hergerichtet. Damit war ein Ort geschaffen, an dem sich Gruppen wie Messdiener, Firmlinge, Erstkommunionkinder und weitere Gesprächsrunden treffen konnten. Ansprechpartner ist Gemeindereferent Stefan Becker. Bei besonderen Anlässen, wie z. B. die Verabschiedung von Pfarrer Carsten Rupp, sangen alle Kirchenchöre der Pfarreiengemeinschaft nach gemeinsamen Proben zusammen in einem Chor. Zu erwähnen sind noch die gemeinsamen Wanderungen mit anschließendem Gottesdienst an verschiedenen Orten in der PG. Die jährlichen Ehrenamtsfeiern für Mitwirkende in der PG förderten das Kennenlernen.

Nach Anhörung aller Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräte der PG hat das Bistum Trier in einem Dekret - veröffentlicht im Kirchlichen Amtsblatt vom 15. Oktober 2021 - einvernehmlich festgelegt, dass die PG Gillenfeld ab 1. Januar 2022 aufgelöst und in die neue Pfarrei Gillenfeld überführt wird. Die neue Pfarrei gehört nun zum Dekanat Daun. Die früheren acht Pfarreien nennen sich jetzt Pfarrbezirke. Der Name der Pfarrkirchen bleibt bestehen. Der neue Pfarrer, Dr. Jonas Weller, wurde am 29. August 2021 in einem feierlichen Hochamt eingeführt.

In dem Pfarrbrief vom 18. Dezember 2021 schrieb er: „Seit vielen Jahren sind Sie nun schon gemeinsam auf dem Weg. Vor vier Monaten habe ich begonnen, diesen Weg als Ihr neuer Pastor mit Ihnen zu gehen. In Zukunft gilt es, den Weg in der neuen Pfarrei gemeinsam weiterzugehen durch Gebete, durch eine helfende Tat, durch Anpacken und Zuhören und Mitdenken." Im Namen des gesamten Pastoralteams und des Pfarrbüroteams wünschte er allen ein erfolgreiches und frohes Miteinander.

Das Gründungsfest der neuen Pfarrei Gillenfeld am 22. Mai 2022 mit Wanderungen, feierlicher Eucharistiefeier, die von Chören und Musikvereinen der Waldschule Mehren mitgestaltet wurde, war für Jung und Alt - ergänzend durch ein vielseitiges Nachmittagsprogramm — ein frohes Ereignis.