von Brigitte Bettscheider, Kelberg-Zermüllen
Leni Mohr aus Ulmen hat am 16. Februar 2022 den Mundartwettbewerb der Sechst-klässler im Landkreis Vulkaneifel gewonnen. Dabei war eine besondere Herausforderung zu meistern.
Einmalig ist er, der Mundartwettbewerb für Schüler. Denn den hat sonst kein Landkreis weit und breit. Und das schon seit mehr als 20 Jahren, als der damalige Jugendamts-Mitarbeiter Wilfried Mildenberger die Idee hatte und die Mundartschriftstellerin Wilma Herzog fortan eine Fabel auswählte, die in Eifeler Platt zu übersetzen war. Dutzende von Kindern haben sich seither beteiligt, haben — was ausdrücklich gewünscht ist -mit Hilfe von mundartkundigen Eltern und Großeltern tolle Ergebnisse präsentiert, für viel Freude gesorgt und im Fall von Simon Körsten aus Neroth es seinerzeit gar ins Fernsehen geschafft.
Auch Leni Mohr aus Ulmen, Sechstklässlerin am Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) in Daun und Siegerin des diesjährigen Mundartwettbewerbs, hatte ihre Großeltern Lydia und Wilfried Mohr um Unterstützung gebeten. „Denn sie sprechen noch echtes Ulmener Platt", erzählte sie bei der Siegerehrung.
Die Organisatorin Kerstin Koch von der Kreisbibliothek in Daun und die Jurymitglieder Dr. Tim Becker, Brigitte Bettschei-der und Alois Mayer hatten sich im Vorfeld für eine Variante des bisherigen Wettbewerbs entschieden. Sie gaben den Kindern statt einer Fabel so genannte Reizwörter vor, in diesem Fall Wanderung, Maar, Unwetter und Glück, woraus eine spannende Geschichte zu erzählen und in den Dialekt des jeweiligen Heimatortes zu übertragen war. Coronabedingt musste der Beitrag zu Hause aufgezeichnet und online eingereicht werden.
„Sehr spannend geschrieben, dabei viele echte Mundartwörter verwendet und toll vorgetragen", so fasste Kerstin Koch schließlich das Urteil der Jury bei der Siegerehrung durch Landrätin Julia Gieseking zusammen. Ebenso lobte sie Lenis Idee, zum Reizwort „Maar" in die Chronik von Ulmen zu schauen. So tauchten in ihrer Erzählung die „Moarhex" und der „Riesenfesch möt der Schell" auf. Leni hatte Starkregen mit „et hätt jeschott bie us Emere", Gewitterwolken mit „bummsdesch joof et deister" und Schnelligkeit mit „batt jeste, batt kannste" übersetzt. Das Erschrecken der Oma, als das Mädchen völlig durchnässt nach Hause kam, beschrieb Leni so: „Die Oma hätt de Hänn iwwer dem Kopp zosomme jeschloo" und gefragt: „Maju Moodje, bat os dir passert?" Keine Bange, Oma! Glück gehabt, alles gut gegangen. Auf Ulmener Platt liest sich das so: „Noch ees Jeleck jehatt, alles jood jejange."
Leni Mohr mit Landrätin Julia Gieseking bei der Preisverleihung in der Kreisbibliothek Daun.