eingereicht von Helmut Trapp, Gillenfeld
„Weßt da noch" - dieses Buch mit 103 Seiten hat Günter Schneider aus Oberscheidweiler geschrieben mit Gedichten und Geschichten, Heiterem und Ernstem aus der Vulkaneifel in Hochdeutsch und Platt. Günter Schneider erhielt wegen seiner vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten - auch an verantwortlichen Stellen - im kommunalen, kirchlichen und schulischen Bereich zum Beispiel als Schulelternsprecher der Grund- und Hauptschule Gillenfeld das Bundesverdienst am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Günter Schneider begann in den 1980-er Jahren mit der Kunst des Schreibens. Es entstanden das Gedicht „Weinfeld, das Maar und seine Kapelle" und die Geschichte „Die Jemeen" (Die Gemeinde). Er schrieb auch religiöse Texte in Eifler Platt, zum Beispiel das Vater unser:
Oose Vatta um Himmel, deijne Noamen soll jeheilischt jenn.
Mir wellen, daat deij Reich kummen soll un deijne Wellen soll jedoan jenn! Net nummen um Himmel, och üwaraal off da janza Welt.
Maach daat jedaeenen, jeeden Daach Brud zo ässen hoat.
Un wenn ma um Läwwen ebbes Schlechtes
uda Vakehrtes jemach hoat,
daan seij net kleenlich un doo daat alles
entschellijen.
Mia doon daan och all dennen annaren Leujden hirr Schold noaloassen. Breng oos ne tun Vasoochung un haal oos de Deijwel vom Leijf!
Zo joda letzt hätten mia jäär, daat dau oos von allem Biesen aliesen dietz.
Denn deijn ass de janz Welt und au bass de Stoarksten von allen,
und dau bass eenfach härrlich, fia imma un ewisch.
Amen.
Beispiel einer heiteren Kurzgeschichte: Hannes aus Gillenfeld, der als Knecht in Oberscheidweiler verdingt war, ging eines Abends nach Hause. Er hatte jedoch schon einige Gläschen getrunken, so dass er leicht angesäuselt war. Bei dem Heiligenhäuschen [zwischen Mückeln und Strohn] angekommen, sagte er, was von jemandem mitgehört wurde: „Joden Aowend Maria, dau boss voll der Gnaden un ech seijn voll jesoff, dau kaan's heij ob demm Sockel stoahn un ech mooß zo Fooß noa Jellwed joahn! Joden Nacht, Maria!"
Günter Schneider hielt bis zu seinem Tod 2015 in der Vulkaneifel Vorträge mit seinen Gedichten und Geschichten.
Das Mückelner Platt ist in der Chronik von Günter Steffes an folgendem älteren Lied zum Hüttenfest festgehalten: Hätt jer Strich un Schanzen, dat ma in de Hett jin danzen. Hätt jer Strich un Beischen, dat ma in de Hett jin kreischen. Et Dunnawedda soll eich et Kor net aschlon!
Ins Hochdeutsche übersetzt: Hätte gerne Stroh und gebündeltes Reisig, Das wir in die Hütte gehen tanzen. Hätte gerne Stroh und gebündeltes Stroh, das wir in die Hütte gehen weinen. Das Unwetter soll euch das Korn nicht erschlagen!
Zwei Fibeln sind in Eifeler Mundart bei uns erschienen: „Jellweder Platt un soß Jescheijt's" vom Eifelverein Gillenfeld, Autor Günter Schenk, 1999. „Weeste ees jet wat mir schwätzen platt!" vom Eifelver-ein Daun, Mundartkreis der VHS Daun, 2012.
Beim Vergleich der Mundarten im südlichen Kreis Vulkaneifel sind nur kleinere Unterschiede in den einzelnen Dörfern feststellbar, außer der Schreibweise, die jede Mundart zulässt. ■