Chreesdaag Morgen

eingereicht von Werner Schönhofen, Leutesdorf


Chresdaag Morgen

von Peter Zirbes

Op Chresdaag Morgen wor et kaalt

On ziemlich hart gefroren,

Do krieht den Hon an aller Freh:

„Den Heiland as geboren!"


Do billt den Hon: „Wuwu, wuwu,

Wo as en dann ze fannen?"

Do bläzt de Gees: „Zo Bädlehemm!"

On bliev net langer hannen.


Den Hond, dä sät: „Ich lofen dor,

On wär et honnert Stonnen,

On leckt em sei kal Feeßcher worm,

Wann ich en hätt' gefonnen."


Do sät den Hohn: „Ich zeert en schien

Mat Fädern sonnergleichen."

Do sät de Geeß: „Ich giev em Melch;

Sant Jusep soll mich streichen!"


On wat geß dau, o Menschekand,

Deim Gott aus dreiem Herzen?

Wells dau an Send on Onverstand

Die Sielenheel verscherzen?


Dau brauchs net iwer Land on Meer

No Bädleheem se rännen:

Den Heiland fendst de iweral

Wann dau en wells erkännen.


Christagmorgen

(Transskript Werner Schönhofen)


An Christagmorgen war es kalt

und ziemlich hart gefroren.

Da kräht der Hahn in aller Früh:

„Der Heiland ist geboren!"


Da bellt der Hund: „Wau,wau,

Wo ist er denn zu finden?"

Da blökt die Geis: "Zu Bethlehem!"

Und blieb nicht länger hinnen.[hier]


Der Hund, der sagt: "Ich laufe dahin.

Und wär es hundert Stunden,

Und leckt ihm seine kalten Füßchen warm,

Wenn ich ihn hätt' gefunden."


Da sagt der Hahn: „Ich ziert ihn schön

Mit Federn sondergleichen."

Da sagt die Geiß: „Ich gäb ihm Milch;

Sankt Josef soll mich streichen!" [melken]


Und was gibst du, o Menschenkind,

Deinem Gott aus treuem Herzen?

Willst du in Sünd' und Unverstand

Dein Seelenheil verscherzen?

Du brauchst nicht über Land und Meer

Nach Bethlehem zu rennen;

Den Heiland indest du überall,

Wenn du ihn willst erkennen.


o = ao

(veröffentlicht im Eifelkalender 1938, S. 60)

Peter Zirbes aus Niederkail war ein fahrender Händler, der bis nach Norddeutschland mit Steingut unterwegs war. Er war ein Eifeler Heimatdichter.