Löwenzahn

(Taraxacum officinale) - eine unkomplizierte Allerweltspflanze

von Roswitha Gräfen-Pfeil, Mosbach

Die dritte Strophe aus dem Gedicht „Löwenzahn" von Peter Hüchel, Zitat: „ Wenn du sie hauchend im Winde drehst, Kugel auf Kugel sich weiß zerbläst, Lampen, die stäubend im Sommer stehen, wo die Dochte noch wolliger wehn. "

Der Löwenzahn ist eine ausdauernde Pflanze, die fleißig Samen streut. Kinder blasen diese kleinen Samenschirmchen gerne in den Wind. Löwenzahn findet als Heilpflanze Verwendung, alle Teile, auch die Wurzeln, werden in unterschiedlichen Anwendungen genutzt. Salat zubereiten oder Löwenzahnhonig herstellen bereichert den Speisezettel im

Frühjahr. Als kleine Mädchen bastelten wir uns Kränzchen, indem wir in die Stiele Risse machten und den Stängel der nächsten Blüte dort durchzogen.

Früher fütterte ich mit dieser Pflanze die Kaninchen. Es gab das Gerücht, der weiße Saft sei giftig. Ist er nicht, aber auf manchen Stoffen hinterlässt er braune Flecken. Besonders gefallen vielen Menschen Brunnen, deren Wasser aus nachgebildeten Samenständen ließt. Es gibt Deckenleuchten mit diesem Design, besonders aus den 80er Jahren. Man kann sich den Schattenriss dieser Samenstände aus Folie aufs Fenster kleben, auch bei Bett- und Tischwäsche gibt es die Pusteblumen des Löwenzahnes als Dekor. Am Schönsten ist es einem kleinen Kind beim Pusten zuzuschauen oder selbst die Samen in alle Winde zu blasen. Oder wir stellen uns Sirup her:



Löwenzahnhonig

(eigentlich Sirup) wird aus den Blüten des Löwenzahns hergestellt.

Zutaten

für 4 bis 5 Gläser von 250 ml:

Zubereitung:

Löwenzahnblüten ohne Grün mit kaltem Wasser gut waschen und in einen großen Topf geben. Einen Liter kaltes Wasser und die Zitronenscheiben zu den Blütenblättern geben und alles über Nacht ziehen lassen. Die Zitrone hat nicht nur eine konservierende Wirkung, sondern ist auch für den Geschmack des Löwenzahnhonigs wichtig. Danach abfiltern (Mulltuch), ausdrücken, den Zucker zufügen und unter Rühren aufkochen, ca. eine Stunde langsam köcheln lassen. Weiter verfahren wie bei Gelee (Gelierprobe machen). In Gläser füllen. ■