von Werner Schönhofen, Leutesdorf
Früher war der 6. Januar, der Gedenktag der Heiligen Drei Könige, ein kirchlicher Feiertag. An diesem Tag war der Gottesdienstbesuch für die katholischen Christen wie an Sonntagen Pflicht. Konnte man nicht die eigene Pfarrkirche besuchen, so musste es dann die Kirche am Ort sein, wo man sich aus irgendwelchem Anlass aufhielt.
In vielen Dörfern stellten die Leute im Nebenerwerb Gegenstände des Alltagsbedarfs her. Das waren Waren zu deren Herstellung kein großer Materialbedarf erforderlich war, beliebt war deutschlandweit Holz. An die Herstellung von Drahtwaren, u. a. Mausefallen, erinnert heute sogar ein Museum in Neroth, im Vulkanei-felkreis. In Hohenfels bei Gerolstein scheint das Holz gewesen zu sein, aus dem man Küchengeräte herstellte, wenn ich denn der Geschichte glauben darf, die mir erzählt wurde.
Am besagten Drei-Königs-Tag waren drei Hausierer mit Holzlöffeln und dergleichen unterwegs. Sie wollten ihrer Christenpflicht genügen und suchten deshalb den Gottesdienst in einer Eifeler Dorfkirche auf. Der Pastor machte den Anlass des Festes zum Thema seiner Predigt und stellte die Frage an seine Zuhörer: „Wo kamen denn die Drei Könige her?" Er wiederholte seine Frage zur Herkunft der drei Weisen aus dem Morgenland, um ihr so noch mehr Gewicht zu verleihen. Einer unserer drei braven Männer fühlte sich angesprochen und beschied nun endlich den Prediger nach der erneuten Frage: „Wo kamen denn die drei Könige her?" mit seiner Antwort: „Von Huwelsem mat hölzerm Geschehr!" — Wer nicht des Dialektes so mächtig ist: „Von Hohenfels mit hölzernem Geschirr!"