Die Sage vom Breckemamänchen

von Horst Bender, Deudesfeld


Owen iewer Deisseld get et en Besch den hecht „Breckem".

Oberhalb von Deudesfeld gibt es ein Waldstück was „Breckem "genannt wird.

Do hot vier laanger Zeit en menschescheien Einsiedler gelevt; „Dat Breckemamänchen"

Hier lebte vor langer Zeit ein sehr menschenscheuer Einsiedler Das Breckemamänchen.

hen wor en deeren e beschen kleenen urigen Kerl aver hen hot e beschen geloomt ; wel henhanner Plonien Kloss seinem Haus bei Keechteklauen vom Bom gefahle wor.

Er war ein hagerer etwas kleinwüchsiger uriger Kerl und lahmte ein bisschen, weil er beim beschaffen von Obst hinter Plonien Klos seinem Haus vom Kirschbaum gefallen war.

Hen hot an em selvergebauten aus Weiden on Gienst gefliechtem Ennerstaand op Breckem geleeft wo weilen dat Waasertretbecken as.

Er hauste in einem von Stöcken und Ginster geflochtenem Unterstand im Breckemer Wald in der Gegend wo jetzt das Wassertretbecken ist.

wenn ma heen am Bech monchmol vo weidem gesen hot as hen direkt rom am Gebech ennergetaucht.

Wenn man ihn im Wald manchmal von weitem sah tauchte er sofort im Gebüsch unter.

Am Dorf such ma hen suo got wi gornet. Hen hot sich mestens noos mat Gemes un Komperen aus den Goden on Stecker vom Dorf versorcht.

Im Dorf wurde er am Tag so gut wie nie gesehen. Er versorgte sich meist des Nachts mit Früchten und Gemüse aus den Dorfgärten und mit Kartoffeln von den Feldern.

Hot hen om Doch Geschree von Schweinen gehurt; da wost hen et get fresch geschlacht.

Wenn am Tag aus dem Dorf Schweinegeschrei zu hören war wusste er, ...heute ist Hausschlachtung.

Dan hot hen noos die Gelejenhet genotzt on hot sich daan en Blot on Leverwosch aus dem Baakes die do zom auskeelen op em Kneppel hung mat gon geloss.

Dann nahm er die Gelegenheit über Nacht war und lies meist eine Blut- und Leberwurst, die zum auskühlen im Backes auf einem Stock hing, mitgehen.

Wou de Masswein stung wor hiem och bekaant, och do hot hen sich ab on zo en ogebroche Flasch mat geholt. Daan kumen de Massdehner emmer an Verdacht.

Wo der Messwein in der Sakristei stand war ihm auch bekannt, auch da nahm er sich manchmal nachts eine angebrochene Flasche mit. Dadurch gerieten meistens die Messdiener in Verdacht.

Monchmol hot hen sich och en Hos oder en Dauf aus dem Breckemer Besch schachen gelos ; hen wor jo ken Vegetarier

Auch ein Häschen oder eine Taube aus dem Breckemer Wald ließ er sich manchmal schmecken, denn er war kein Vegetarier.

Awer net aal sein Beschaffungen sein got verloft.

Doch nicht alle Beschaffungen des Breckemamanchen sind erfolgreich verlaufen.

Wie hen sich op der Maussemiel mat Mehl versorje wollt guv hen vom Hofhond iwerascht , den hot hien daan noch en Faatz aus senem zeroppten Jacken gerass on he mot vom Hond verfolicht rom op Breckem flüchten.

An der Mausen Mühle wurde er beim Versuch Mehl zu stibitzen vom großen Müllerhund überrascht der ihm dann noch einen weiteren Fetzen von seiner ohnehin zerrupften Jacke abriss und er musste ohne Mehl vom Hund verfolgt die Flucht ergreifen.

Wenn am Dorf fresch Brout gebaacht guv hot hen sich mestens noos dovon och en Laif aus dem Baakes geholt.

Wurde über Tag im Dorf frisches Brot gebacken, holte er sich des Nachts auch davon gelegentlich einen Laib aus dem Backes mit.

Mat Melichhot hen sich och mestens nos aus de Kehstählen durch et streichen von Kehen versorcht.

Mit Milch versorgte er sich auch meistens nachts in den Ställen durch das Melken von Kühen.

En Tur guv hen dobei vom Roudebescher awescht wel de Koh durch sein schlecht streichen hot gebrellt hot on dodurch de Roudebescher wagrich gen as.

Einmal wurde er dabei vom Rodebüscher erwischt, weil die Kuh durch das laienhafte Melken sehr laut brüllte und den Rodebüscher aufweckte.

Den kuum du maulend on et Schlofzemmerfenster on hot dem abhauenden Breckema-mänchen dat voll Pissdeppen iewer de Kapp geschott.

Der erschien darauf schimpfend am Schlafzimmerfenster und goss dem flüchtenden Breckemamänchen den gefüllten Nachttopf über den Kopf.

Dat Breckemamänchen as du pissgetränkt awer ohne Melich rom op Brecken geloft on rom bes zom niesten Veroch ennergetaucht.

Das Breckemamänchen flüchtete so uringetränkt aber ohne Milch wieder auf Breckem und tauchte für einige Zeit bis zum nächsten Versuch unter.

Hen guv och fer de Erzehung der Kanner gebraucht;denen sot ma we se sich net scheckten: „Wenn dau dich net scheckst daan hel dich et Breckemamänchen mat".

Er wurde auch zur Erziehung der Kinder herangezogen in dem man ihnen drohte: Wenn du dich nicht schickst holt dich das Breckemamänchen mit.

Wie fier 56 Johr bei us en Karnevalsverein gemacht guf du guv den „Die Breckemamäncha" genaant.

Als vor 55 Jahren in Deudesfeld ein Karnevalsverein gegründet wurde nannte man diesen „Die Breckemamäncha".

Von du on as Horst Bender one Unterbrechung dat Breckemamänchen an Deisseld an der Biet. Hen as die Symbolfigur der Deisselder Fosicht.

Seit dem verkörpert Horst Bender ununterbrochen „Das Breckemamänchen " in der Bütt als Symbolfigur des Deudesfelder Karnevals.

Weil hen von Breckem en goden Iwerblick iewer et Dorf ho seht hen emmer wat am Dorf los as on azehlt dat on der Fosicht an der Biet.

Weil er von Breckem einen guten Überblick übers Dorf hat, beobachtet er das Dorfgeschehen im ganzen Jahr und erzählt die besten Episoden in Reimform an Karneval in der Bütt.