Kirchensanierung

Pfarrkirche St. Martin in Schalkenmehren

von Bernd Schlimpen, Schalkenmehren


Wegen Innensanierung ist die Pfarrkirche St. Martin in Schalkenmehren für etwa acht Monate geschlossen. Diese Sanierung ist bereits seit sieben Jahren geplant. Gottesdienste werden in die Kapelle nach Weinfeld verlegt oder können im Nachbargotteshaus in Mehren besucht werden während der Arbeiten in der Schalkenmehrener Kirche.


Die Pfarrkirche St. Martin

Errichtet wurde die Kirche von 1840 bis 1844 nach den Plänen des Baumeisters Bar-thels aus Daun und die Einsegnung erfolgte am 12.November 1845. Die Pfarrkirche hat zwei Glocken. Eine sehr schlichte Ausstattung hat ofenbar Johann Baptist Konter, der Retter von Weinfeld, während seiner Amtszeit zwischen 1867 und 1891 erheblich erweitert. Mit dem Bau der Pfarrkirche St. Martin wurden der Schalkenmehrener Bevölkerung aber auch große Lasten auferlegt. 1957 bis 1960 wurde die St. Martinus-Kir-che unter Pfarrverwalter Dechant Albert Feld renoviert und „modernisiert". Wertvolle Altäre, der Predigt- und Beichtstuhl und die Kommunionbank wurden entfernt, religiöse Darstellungen an Decke und Wänden mit weißer Farbe übertüncht. Ein neuer Altarstein mit weiteren einfachen Einrichtungsteilen sorgte für eine schlichte Ausstattung. Aber bereits 1981 fasste man den Entschluss, die ursprünglichen Wandgemälde wieder freizulegen. Mehrere Schäden am Glockenturm und an der Decke des Kirchenschiffs, entstanden durch ein Erdbeben im Jahr 1992, mussten behoben werden. 1995 erfolgte die Stabilisierung des Glockenstuhls und der Einbau einer elektrischen Läutanlage. 2005 wurden die stark angegriffenen großen Kirchenfenster für 25.000 Euro saniert -mit einem Zuschuss des Bistums von 15.000 Euro. Was geschieht nun im Innenraum der Pfarrkirche St. Martin?


Schäden in der Kirche

Mit der Planung der Innensanierung in der Pfarrkirche St. Martin waren die Architekten Professor Walter Krings und Roland Thelen, Daun, beauftragt. Die örtliche Bauleitung obliegt Diplom Ingenieur Konstantin Bischler, Schalkenmehren. Architekt Roland Thelen beschreibt die Schäden im Inneren des Kirchenschiffes wie folgt: „Ein um das Jahr 2012 plötzlich sichtbarer Baumangel in einer Ecke der Flachdecke über dem Kirchenschiff veranlasste die Verantwortlichen seinerzeit die Empore sofort zu sperren. Ursache dieses Mangels war ein über viele Jahre hinweg nicht erkannter, verdeckter Schaden an der Dacheindeckung des Kirchenschiffes. Ein Auflager des Dachstuhls am Westgiebel war durch den permanenten Wassereintritt verrottet und nicht mehr tragfähig. Wie im Schadensbericht empfohlen, wurden zwei Deckenfelder geöfnet, um die Schäden beheben zu können. Diese Deckenöfnung gab Aufschluss über den konstruktiven Aufbau der historischen Deckenkonstruktion über dem Kirchenschiff aus den 1840er Jahren. Ursache für viele sichtbare kleine und große Risse in der verputzten Deckenuntersicht ist das Fehlen eines damals noch nicht üblichen Putzträgers. Die oft nur wenige Millimeter dicke, feine letzte Kalkputzschicht hatte sich in vielen handtellergroßen bis handtuchgroßen ovalen Einzelflächen vom Untergrund ablöst. Diese Einzelflächen wurden gesichert und zumindest vorläufig vom Absturz bewahrt. Darüber hinaus fordert der Denkmalschutz, diese Decke besonders wegen der vorhandenen authentischen historischen Farbfassung im Stil der Nazarener Schule (19. Jahrhundert) im Originalzustand zu erhalten und zu sichern. Hierzu werden in Abstimmung mit dem Amt für kirchliche Denkmalplege (AKD) und der Bauabteilung des Bischöflichen General-vikariats mehrere Fachgutachten eingeholt.

Die Stabilisierung und Sicherung der labilen Deckenunterschicht soll nun in einem speziellen Verdübelungsverfahren erfolgen. Dazu ist es erforderlich, eine Gerüstbühne etwa zwei Meter unterhalb der gesamten Deckenfläche einzubauen." Diese große Sicherungsmaßnahme ver-anlasste um das Jahr 2020 die damals noch eigenständige Pfarrei St. Martin die schon lange geplante umfassende Innensanierung der Pfarrkirche in Angriff zu nehmen und beim Bischölichen Generalvikariat zu beantragen. Die letzte Innensanierung war 1981 bis 1984 erfolgt. Die jetzt anstehende Baumaßnahme beinhaltet auch die Neugestaltung des gesamten Altarraumes einschließlich des Hauptaltares und die Festlegung des Standorts für die berühmte Schmerzensma-donna aus der Weinfelder Friedhofskapelle. Die veranschlagten Baukosten betragen etwa 265.000 Euro.


Keine Kirchenbänke mehr: So sieht es zu Beginn der Sanierungsarbeiten in der Schalkenmehrener Pfarrkirche St. Martin aus.