von Siegfried Czernohorsky, Daun
Im Februar 2024 kehrte Paul Bies, der vor über 30 Jahren am Geschwister-SchollGymnasium in Daun als Lehrer tätig war, für einen Abend nach Daun zurück. Er hatte interessante Lektüre mitgebracht, seine drei Erzählungen, die sich mit der Vulkaneifel befassen. Zur Lesung in der Galerie Augarde in Daun hatte der Lions Club Vulkaneifel eingeladen. Der Autor Paul Bies, Jg. 1954, wurde in Dinslaken am Niederrhein geboren. Er wuchs in Luxemburg auf, studierte in Trier und war von 1981 bis 2020 als Deutsch-, Französisch- und Ethiklehrer zunächst in Daun, dann in Henstedt-Ulzburg, Prag und lange Jahre in Bitburg tätig. Er lebt heute in Niederkassel. Paul Bies las aus seinen Werken „Das Eifel-Projekt"; „Der Eifelmaler", und „Die Rückkehr des Astronauten" und erläuterte die Hintergründe der Entstehung seiner Werke.
Seine Erzählungen spielen in der Eifel und sind auch als Liebeserklärungen an die Eifel zu verstehen. Der Autor hat in seinen Werken eigene Lebenserfahrungen und seine ausgezeichneten Kenntnisse der Eifelregion verarbeitet. Zahlreiche Bezüge zu Orten in der Eifel werden hergestellt, wie z.B. zu Schalkenmehren. Er schildert eine Eifel-landschaft, die den Menschen zur Ruhe und zu sich selbst kommen lässt. So wird mehrfach auf das Leben auf dem Dorf, auch aus der Sicht eines Malers als Außenseiter Bezug genommen. Zahlreiche Hinweise zu bekannten Künstlern wie Jan Vermeer, Pieter de Hoch und Eugen Bracht lassen auch den kunstinteressierten Leser aufhorchen.
Darüber hinaus sind die Texte nachdenklich und fesselnd zugleich, indem sie existentielle Themen wie Lebenskrisen, persönliches Scheitern, Probleme des Älterwerdens, Verzweiflung und Hoffnung behandeln. Sie sind somit auch für Leser interessant, die die Eifel nicht kennen, sie aber dann schätzen und lieben lernen. Seine Werke überzeugen in Sprache und Stil, sie lassen Menschen, ihre Charaktere und ihre Lebenssituationen plastisch und realitätsnah vor dem Auge des Lesers entstehen.
Von links: Autor Paul Bies, Stefanie Mayer-Augarde, Siegfried Czernohorsky (Präsident Lions Club Vulkaneifel)
In »Das Eifel Projekt« begleiten wir Ben auf seiner Reise in die Eifel, die ihm nach dem Tod seines Vaters neue Lebenskraft gibt. Als sein Verlagschef ihm vorschlägt, ein Buch über die Eifel zu schreiben, nimmt er dieses Angebot spontan an. Die Arbeit, die erneute tiefere Begegnung mit der Landschaft der Eifel eröffnet ihm neue Sichtweisen — auch auf sich selbst. In »Die Rückkehr des Astronauten« begeben wir uns auf eine Reise ins All mit dem 80-jährigen Astronauten Daniel Balmes. Im Vordergrund der Mission stehen Untersuchungen zu den körperlichen Reaktionen eines alten Menschen im Kosmos, doch auch die Erinnerungen an sein Leben auf der Erde kommen nicht zu kurz. In »Der Eifelmaler« hat der Ich-Erzähler, ein junger Künstler, sein Kunststudium in Köln abgebrochen und ist in sein Elternhaus in der Eifel zurückgekehrt. Die Begegnung mit einem geheimnisvollen Kind eröffnet ihm neue Sichtweisen auf die Landschaft, seine Kunst und sein Leben. Eines Tages trifft er auf ein geheimnisvolles Kind, das ihm die Schönheit der Eifel auf ganz neue Weise zeigt.
Paul Bies hat mit seinen Erzählungen vielschichtige Werke geschaffen, die seine Leser faszinieren. Er hat eine neue Variante der Eifelliteratur vorgelegt, die grundlegende Fragen des Menschseins in der konkreten, besonderen Welt der Eifel verortet und authentisch und kurzweilig daherkommt.
Paul Bies (hintere Reihe, Dritter von links) mit seinen Gästen.