von Brigitte Bettscheider, Kelberg-Zermüllen
Der Regionalverband (RV) Eifel des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (RVDL) hat im Rahmen eines Ideenwettbewerbs zum Thema „Nachnutzung aufgelassener Lavagruben und Steinbrüche am Beispiel des Rockeskyller Kopfs" zwei Beiträge ausgezeichnet. Die Sieger kommen von den beiden Dauner Gymnasien. Seit vielen Jahren beschäftige sich der RVDL mit der Vulkanlandschaft - „und darüber sind wir alt und grau geworden", sagte Sibylle Bauer, Vorsitzende des RV Eifel, bei der Preisverleihung im Forum Daun mit einem Augenzwinkern. „Deshalb wollten wir als Verein wissen, was Kinder und Jugendliche an den aufgelassenen Lavagruben interessiert", erinnerte sie an das Anliegen des Wettbewerbs. Die Schüler waren gefragt, den für die Vulkanlandschaft der Eifel Verantwortlichen entsprechende Ideen für die Zukunft vorzuschlagen. Die junge Generation sollte selbst die Gelegenheit haben, Konzeptvorschläge zu entwickeln.
Für die Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe waren den interessierten Klassen und Gruppen unter anderem Kartenmaterial, ein archäologisches Gutachten, ein Grubensteckbrief und die Ortschronik Rockeskyll zur Verfügung gestellt worden. Außerdem fand eine Exkursion in den Tagebau „Rockeskyller Kopf mit anschließendem Kolloquium statt.
Sechs Arbeiten wurden eingereicht. Dem Preisgericht gehörten an: Dr. Sibylle Bauer, Landrä-tin Julia Gieseking, Dr. Hendrik Albrecht von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Vulkaneifel, Norbert Leinung als der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Naturschutzverbände, der Diplom-Geograph Andreas Wis-niewski sowie Johann Morandini in Vertretung des Rockeskyller Ortsbürgermeisters. „Bei der Durchsicht und Diskussion der eingereichten Arbeiten haben wir gelernt, dass Naturschutz ein weitgehend unbekanntes Terrain ist", brachte Sibylle Bauer eine Erkenntnis des Preisgerichts auf den Punkt. Schließlich wurden zwei Arbeiten ausgezeichnet. Einen Anerkennungspreis in Höhe von 150 Euro erhielten die Schüler Alex Bresgu-lewski, Maximilian Lichter, Erik Mücken, Noah Röhl und Joshua Saxler aus der Klasse 10d des Geschwister-Scholl-Gymnasiums (GSG); betreuende Lehrerin war Vanessa Mönch-Nisius. Die Schüler hatten ein Ausstellungsprojekt zur Geschichte des Bergbaus von der Römerzeit bis in die Nachkriegszeit vorgeschlagen. Dabei sollten experimentelle Versuchsfelder die Abbaumethoden durch die Zeiten erfahrbar machen, und es sollte ein gastronomischer Betrieb integriert werden. Der erste, mit 500 Euro dotierte Preis wurde der Klasse 7c des Thomas-Morus-Gymnasiums (TMG) mit der betreuenden Lehrerin Sarah von Wirtz verliehen. „Ihr habt ein intensiv durchgearbeitetes und strukturiertes Projekt vorgelegt, das alle Anforderungen des Wettbewerbs erfüllt", lobte im Namen der Jury die RV-Eifel-Vorsitzende Sibylle Bauer. Und nannte an Einzelheiten: die sehr schöne formale Gestaltung, die bunte Ideensammlung, die Skizzen und Pläne, den Maßnahmenkatalog. „Fast des Guten zu viel", meinte die Vorsitzende mit Blick auf das Konzept der Klasse mit Infozentrum, Verweilarealen, Trockentoiletten, Angeboten für Wanderer, Übernachtungsgäste, Kletterer und Moun-tainbiker, für Familien, Jugendliche und Senioren — und zwar nicht nur für Touristen, sondern auch für Einheimische. „Und sogar über die Wirtschaftlichkeit eures Projekts habt ihr euch Gedanken gemacht," erklärte Sybille Bauer — „diese Arbeit hat sich sonst niemand gemacht."
Eine Schülergruppe bei der Exkursion am winterlichen Rockeskyller Kopf.
Dr. Sibylle Bauer (links) verleiht der Klasse 7c des Dauner Thomas-Morus-Gymnasiums den ersten Preis im Schülerwettbewerb der Regionalgruppe Eifel im RVDL.