Kein Anschluss unter dieser Nummer

von Heidi Probst, Gommersheim


Sicher wünscht sich hin und wieder so mancher die Zeit zurück, als das Telefon noch mit einer Schnur verbunden war und sich niemand selbst auf der Leitung stand. Man musste es weder suchen, noch verschwand es ungewollt in der Toilettenschüssel.

Wer keinen Hausanschluss besaß, war auf die einzige Kommunikationsquelle angewiesen — das gute alte Telefonhäuschen. Vor diesem bildeten sich oftmals kleine Warteschlangen, ganz besonders in den Abendstunden, in denen doch jeder den Billigtarif nutzen wollte. Tagsüber wurden hauptsächlich die Ortsgespräche geführt, die nicht allzu sehr unseren kleinen Geldbeutel beanspruchten. Vor allem aber legte man sehr großen Wert darauf, dass niemand mithören konnte und somit die eigene Privatsphäre nicht gestört wurde. Kaum zu glauben, aber wir hatten damals noch eine!

Wann der Geldvorrat zu neige ging hatte man schnell raus. Dann war sozusagen „der Groschen gefallen". Nun musste man sich zügig vom Gesprächspartner verabschieden und danach war man dann wortwörtlich „aus dem Häuschen".

Wenn unsere große Verwandtschaft, die in den unterschiedlichsten Regionen wohnhaft war, auch uns kontaktieren wollte, meldeten sie sich einfach telefonisch im Gasthaus nebenan. Dann kam jemand von der Familie vorbei und gab uns Bescheid, wann wir bei ihnen auf der Matte stehen sollten. „Save the date".