Warum in die Ferne schweifen?

Das Bolsdorfer Tälchen

von Karola Grau, Hillesheim


In unserer unmittelbaren Nachbarschaft in Hillesheim liegt das Naherholungsgebiet Bolsdorfer Tälchen. Im letzten Jahr unternahmen wir mit Freunden eine spätsommerliche Wanderung durch das Tälchen. Die beliebte Wanderstrecke Bolsdorfer Tälchen entstand 1999 entlang des Greisenbachs. Die Hillesheimer nennen ihn liebevoll Milchbach. Der Name entstand zu der Zeit, als die in Hillesheim ansässige Molkerei, das Wasser, das sie zur Reinigung ihrer Anlagen genutzt hatte, in den Bach solange einleitete bis Hillesheim eine Kläranlage bekam.

Vor einigen Jahren begann die Renaturierung des Hillesheimer Baches. Nach Abschluss dieser Maßnahme fließt der Hillesheimer Bach nunmehr wieder in seinem neuen, aber eigentlich alten Bett. Der Bach speist einen kleinen See, bevor er am neuen Rückhaltebecken, das den Ort Bolsdorf vor Hochwasser, insbesondere nach Starkregen schützen soll, wieder als Fließgewässer seine Reise in die Kyll fortsetzt. Auf beiden Seiten haben sich Stauden, Weiden und Schilf angesiedelt.



Das Bolsdorfer Tälchen bietet nicht nur Erholungswert für den Menschen, sondern dient gleichzeitig der Entfaltung eines kleinen Lebensraums für Tiere und Pflanzen. Heimische Kräuter und Pflanzen, die am Wegesrand und im Bolsdorfer Tälchen wachsen, kann man dort wunderbar erkunden. Ebenso verschiedene Baumarten, wie zum Beispiel den Spindelbaum, auch Pfaffenhütchen genannt. Oder die Linde. Die Linde war früher Treffpunkt für den Nachrichtenaustausch oder bei der Brautschau ein beliebter Treffpunkt. Oder es wurde Dorfgericht an der Linde gehalten, deshalb sie auch „Gerichtsbaum" oder „Gerichtslinde" genannt wurde.

Schon Hildegard von Bingen schätzte die heilende Wirkung des Lindenblattes und der Lindenblüten. Eine Wonne für die Vögel ist die Eberesche oder Vogelbeerbaum mit ihren hellroten Beeren.

Der kalkige, fossilreiche Untergrund im Bolsdorfer Tälchen liefert einen Boden, der an verschiedensten Stellen eine seltene Kalkflora hervorbringt. Nach unserer Wanderung war das Fazit: „ Ob Labkraut, Rotklee, Nesseln, Ampfer, Tanne oder Linden, im Boldsdorfer Tälchen sind sie zu finden."

Erwähnt sei noch, dass die Etappe 9 des Eifelsteigs dort entlang führt, die durch das wunderschöne Tal hinab der Kyll und weiter nach Gerolstein führt.

Also wie oben angemerkt: Warum in die Ferne schweifen? Sieh', das Gute liegt so nah!