von Maria-Agnes Pinn (+), Steffeln
Unsere Vorfahren mähten kleine Ackerflächen mit der Sichel. Eine Sichel, die lediglich aus einem zirka 25 cm großen und gebogenen Messer bestand, machte für die Menschen damals eine Ernte erst möglich. Später wurde dann auf die Sense umgestiegen. Durch die Sense waren die Mäharbeiten für die Landwirte deutlich einfacher und sparten ihnen zudem viel Zeit ein. Zum Schärfen dieser Geräte wurde ein sogenanntes „Schlotterfass", ein in Wasser getauchter Schleifstein, genutzt. Eine besondere Art der Sense war das „Ko-orejeschirr", welches zusätzlich Zähne an der Klinge hatte, um beim Mähen das Getreide in die richtige Position zum Binden zu bringen.
„Die Jerwe moht mor bonne." Unter Garben („Jerwe") wird ein zusammen gebundenes Bündel noch nicht gedroschenen Strohs verstanden. Wenn diese Garben fertig waren, wurden sie zu einem „Kaas-ten" wochenlang zum Trocknen auf dem Feld zusammengestellt und im Winter gedroschen.
Als die Landwirtschaft später weiter mechanisiert wurde, gab es Mähbinder, welche in einem Arbeitsgang das Getreide mähten, zu Garben banden und auf der Getreideablage sammelten, der sogenannten „Fruchtablooch". Die ersten Mähbinder wurden von Zugtieren gezogen und über die Laufräder angetrieben. Später in der Wirtschaftswunderzeit gab es Mähbinder, die sowohl von Zugtieren als auch von Traktoren gezogen werden konnten. Fast zeitgleich kamen die ersten Mähdrescher- damals in der Regel noch mit „Absackstand", das heißt, dort standen Personen auf dem Mähdrescher, die das fertig gedroschene Getreide in Säcke füllten. Die nächsten Jahrzehnte kamen immer mehr technische Neuerungen, vom Korntank bis zur GPS-Steuerung dazu. Diese Mähdrescher werden, wie man es zur Ernte jährlich beobachten kann, auch heute noch in der Landwirtschaft benutzt.
Kleiner Dreschflegel.
Sense, wie sie vereinzelt, jedoch äußerst selten auch heute noch genutzt wird.
„Kaasten", zusammengestellt aus mehreren Getreidegarben.
Sichel mit zirka 25 cm großem und gebogenem Messer.