Von A wie Amboss bis Z wie Zentrifuge

Das „Kleine Museum" in Bolsdorf

von Brigitte Bettscheider, Kelberg-Zermüllen


Im Hillesheimer Stadtteil Bolsdorf gibt es das „Kleine Museum", das sehr anschaulich vom Leben in früherer Zeit erzählt und im April 2024 das Zehnjährige feierte.

Ein Strohschneider, eine Jauchepumpe, ein Leiterwagen mit Milchkannen — Geräte aus längst vergangenen Zeiten sind das. Sie stehen vor dem Eingang zum „Kleinen Museum". Mit ihnen und all den Hunderten originalen Stücken aus Landwirtschaft, Handwerk, Kindheit, Schule, Wohnen und Brauchtum auf rund 80 Quadratmetern auf zwei Ebenen im Inneren möchte der Museumsverein den heutigen und künftigen Generationen vermitteln, wie sich das Leben früher in Bolsdorf und auch in anderen Eifeldörfern abgespielt hat.



15 ehrenamtliche Mitglieder hat der Museumsverein. Stephan Schreiber ist der Vorsitzende, Ludwig Hofmann der Schriftführer. Einer der Aktiven ist Rainer Schoos. Ihm gehört mit dem „Alten Backhaus" nebenan das älteste Gebäude im Dorf. Und hier betreibt er mit seiner Frau Anja und mit Unterstützung der Töchter Susanna und Sophia — „als Hobby und aus Spaß an echt Eifler Gastlichkeit" — eine kleine Außengastronomie. Im Sommer gibt es Hefekuchen, Kaffeespezialitäten, Kaltgetränke und Bier vom Fass; im Winter Glühwein und saisonale Kleinigkeiten.

Doch zurück zum Museum. Angefangen hatte es mit einer Idee, die der langjährige bereits verstorbene Ortsvorsteher Helmut Schmitz mit Mitgliedern der Altersabteilung der Freiwilligen Feuerwehr entwickelte. Dazu war die alte, im Besitz der Stadt Hillesheim stehende Feldscheune am Bolsdorfer Bach mit Mitteln der Stadt Hillesheim und der Dorferneuerung, mit Spenden, aber vor allem mit Eigenleistung renoviert und mit viel Gespür für die Bewahrung vergangener Zeiten ausgestattet worden. Die Eröffnung als „Kleines Museum" war im Herbst 2013.



Seither können die Besucher hier in zwölf Abteilungen auf Entdeckungsreise gehen – in kompletter Schusterwerkstatt, Schmiede, Küche, Schlafzimmer, Schulstube und so weiter und so fort. Man erfährt die Geschichte eines Tornisters, den ein Soldat 1945 auf dem Rückmarsch durch Bolsdorf getragen und ihn Jahrzehnte später dem Museum gestiftet hatte. Stolz sind Stephan Schreiber und seine Mitstreiter aus dem Museumsverein auf den Schuster und den Schmied, zwei Wachsfiguren, die ein in Bolsdorf wohnender Künstler in Lebensgröße geschaffen und angekleidet hat.

„Ältere Besucher entdecken hier Gegenstände aus ihrer Kindheit. Kinder sehen hier oft erstmals im Leben einen Amboss, eine Registrierkasse, eine Zentrifuge, ein Koffergrammophon oder eine Sähwanne", erzählt Ludwig Hofmann von seinen Beobachtungen bei den Führungen.



INFO

Das Kleine Museum im Hillesheimer Stadtteil Bolsdorf steht „Im Auel" in unmittelbarer Nachbarschaft des Eifelsteigs sowie des Kalkeifel-Radwegs. Von April bis September ist es an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Anmeldung für Gruppen sind ganzjährig möglich unter den Telefonnummern 06593/8326 und 0171/5962891 oder per E-Mail: museum-bolsdorf@web.de. Der Eintritt ist frei.